Mercedes Fahrer Stoffel Vandoorne siegreich beim 4. Rennen der Saison in Rom

Nach einem spektakulären Racing-Event auf dem Circuito Cittadino dell'EUR ist Stoffel Vandoorne von Mercedes-EQ durch seinen Rennsieg und der TAG Heuer schnellsten Runde beim 4. Rennen nun ebenfalls Kandidat für den Spitzenplatz in der Fahrerwertung der Meisterschaft.

Stoffel Vandoorne (Mercedes-EQ) machte sein enttäuschendes Ergebnis beim 3. Rennen wieder gut und kämpfte sich beim 4. Rennen auf dem Circuito Cittadino dell'EUR in Rom von Platz Vier auf Platz Eins vor. Damit hat er nun eine Chance auf den Meistertitel, nachdem er den Tag auf Platz 15 der Fahrerwertung der Meisterschaft begonnen hatte.

Alexander Sims (Mahindra Racing) ergatterte den zweiten Platz, und Porsche Fahrer Pascal Wehrlein rundete das Podium ab, nachdem Norman Nato (ROKiT Venturi Racing) wegen zu hohem Energieverbrauch disqualifiziert worden war – so gering waren die Zeitunterschiede in den letzten Phasen des Rennens. 

Der auf der Poleposition gestartete Nick Cassidy (Envision Virgin Racing) verlor seinen Spitzenplatz in der ersten Runde, und Nato führte kurzzeitig das Fahrerfeld an, bis Wehrlein den ersten Platz eroberte. Vandoorne holte dann alles aus seiner ersten Aktivierung des ANGRIFFSMODUS heraus und fuhr „wie von einem anderen Stern“ – Zitat Wehrlein. Der Belgier blieb bis zum Ende in Führung, trotz einer hektischen letzten Runde nach einer späten Unterbrechung durch den Einsatz des Safety Car.

So spielte es sich ab ...

Wie auch schon das 3. Rennen begann das 4. Rennen hinter dem Safety Car, da sich auf der Rennstrecke unter einigen Bäumen Schlammpfützen gebildet hatten. Schon das Training und das Qualifying am Morgen hatten unter nasskalten Wetterbedingungen stattgefunden.

Cassidy auf der Poleposition hatte einen denkbar schlechten Start, da ihm kurz nach dem Startsignal in der 7. Kurve die Hinterreifen blockierten, wodurch er auf den 11. Platz zurückfiel und Nato die Führungsposition auf dem Silbertablett servierte.

Drei Runden später setzte der Neuseeländer zum Zurückerobern seiner Startposition an und überholte Sam Bird (Jaguar Racing) und Sebastien Buemi (Nissan e.dams), wodurch er bis auf Rang Neun vorrückte, während Nato an der Spitze von Pascal Wehrleins Porsche traktiert wurde.

Der Franzose konnte sich nicht lange an der Spitze halten, und Wehrlein überholte ihn aus dem Windschatten heraus in der 3. Runde, direkt gefolgt von Vandoorne mit einem beeindruckenden Überholmanöver in der Marconi Haarnadelkurve. Damit war Nato in einer halben Runde von Rang Eins auf Rang Drei zurückgefallen.

Nach den Eröffnungsgefechten führte Wehrlein vor Vandoorne, Nato, Maximilian Günther (BMW i Andretti Motorsport), Sims, Edo Mortara (ROKiT Venturi Racing), Cassidy, Oliver Rowland (Nissan e.dams), Nico Müller (DRAGON/PENSKE AUTOSPORT) und Bird – mit allen Top-15-Fahrern mit einem Zeitabstand von weniger als 10 Sekunden zueinander.

Bis zur 4. Runde war Cassidy bei seiner Aufholjagd bis auf den siebten Platz vorgerückt, aber Rowland stieß den Envision Virgin Racing Rennwagen in der 14. Kurve in die Tecpro-Barrieren, wodurch der Neuseeländer bis ganz zum Ende des Fahrerfeldes zurückfiel. Wirklich sehr viel Pech für Cassidy, der später berichtete, dass seine Reifenblockade am Anfang des Rennens von einem Software-Fehler verursacht worden war.

Nach den ersten ANGRIFFSMODUS-Aktivierungen sah es ganz danach aus, als ob Vandoorne am meisten davon profitiert hätte. Wehrlein war der letzte der Fahrer in der Führungsgruppe, der seinen Energieschub nutzte, und das kostete ihn den Spitzenplatz – der Fahrer vom Team des Herstellers aus Stuttgart wurde vom verfolgenden Mercedes überholt.

Bei einer halben Stunde plus einer Runde Rennzeit krachte es mitten im Fahrerfeld gewaltig zwischen Sebastien Buemi und Lucas di Grassi (Audi Sport ABT Schaeffler), und letzterer lamentierte lautstark das „irre Manöver“, das sein Auto direkt in die Wand geschleudert hatte. Eine Gelbphase galt für die gesamte Rennstrecke, während der Audi geborgen wurde.

Als das Rennen nach fünf Minuten wieder weiterging, nutzte Sims die Unachtsamkeit von Wehrlein aus und stahl den zweiten Platz. Unterdessen baute Vandoorne einen Zeitvorsprung von fünf Sekunden vor den beiden auf – der Belgier hatte den idealen Zeitpunkt abgewartet, um seinen zweiten ANGRIFFSMODUS zu aktivieren.

Bei 20 Minuten plus einer Runde verbleibender Rennzeit hatte auch Antonio Felix da Costa von DS TECHEETAH mit seiner zweiten von drei für ihn verfügbaren ANGRIFFSMODUS-Aktivierungen einige Fortschritte gemacht – er überholte Mitch Evans (Jaguar Racing) und Buemi schnell hintereinander und rückte vom 15. Startplatz zu Beginn des Rennens bis auf Platz Acht vor. Fünf Minuten später überholte er in der schwierigen Bremszone der 7. Kurve Rowland auf Platz Sieben, und der Brite erhielt dazu noch einer 10-Sekunden-Zeitstrafe für sein vorheriges Manöver, mit dem er Cassidy überholt hatte.

Auf den Podium-Positionen blieben die Dinge weiterhin unverändert, mit Vandoorne vor Sims und Wehrlein. Nato war Vierter, sein Teamkollege Mortara Fünfter und Günther Sechster. Zumindest bis zur 17. Runde, als sich Nato innen an Wehrlein vorbeischmuggelte und sich damit vorerst einen Platz auf dem Podium sicherte – ein gekonntes Manöver des Rookie-Fahrers. 

Bei etwas mehr als fünf Minuten plus einer Runde verbleibender Rennzeit vermasselte Rene Rast seinen Vorstoß in die Punkte bringenden Ränge, da der Audi Fahrer ein zu hohes Risiko einging und einen weiteren Unfall verursachte, weshalb das Mini Electric Pacesetter Safety Car ein weiteres Mal an diesem Wochenende ausrücken musste. Die erneute Unterbrechung machte den Vorsprung von Vandoorne zunichte – der Sieg des Belgiers schien bereits besiegelt.

Der Rest des Rennens war nun reduziert auf eine Runde, und der Mercedes an der Spitze setzte sich mit seinem FANBOOST gegen seine Verfolger zur Wehr. Hinter Vandoorne brach die Hölle los, und Mortara startete das wohl spektakulärste Manöver der Saison, mit dem er sowohl Günther zurückhielt als auch eine weitere Kollision verhinderte.

Unterdessen eliminierten sich der aktuelle Spitzenreiter der Meisterschaft Sam Bird und der Drittplatzierte Nyck de Vries gegenseitig, während sie am Ende der Top-10-Ränge mit Rowland um Punkte kämpften.

Vandoorne sah als Erster die Zielflagge und rettete damit sein Rennwochenende, nachdem ihm nach einem Fahrzeugkontakt beim 3. Rennen die Poleposition aberkannt worden war. Sims folgte nur 0,6 Sekunden später auf Platz Zwei, und Nato gewann seinen ersten Formula E Podiumsplatz. Nach dem Rennen wurde er jedoch für übermäßigen Energieverbrauch kurzerhand disqualifiziert, und der letzte Podiumsplatz ging stattdessen an Wehrlein.

Mortara wurde Fünfter, gefolgt von Günther, Evans, da Costa, Buemi, Tom Blomqvist (NIO 333) und Müller, um die Top 10 zu komplettieren.

Verpassen Sie kein Detail zum 3. und 4. Rennen der Saison in Rom im Live Hub – mit den kompletten Ergebnissen aller Rennen und Trainingseinheiten, weiteren exklusiven Inhalten und der gesamten Racing-Action