Jean-Eric Vergne geht aus dem frenetischen 3. E-Prix-Rennen in Rom als Sieger hervor

Jean-Eric Vergne von DS TECHEETAH holte sich beim nervenaufreibenden 3. Rennen der ABB FIA Formula E Weltmeisterschaft 2020/21 in Rom seinen insgesamt 10. Formula E Sieg.

Jean-Eric Vergne (DS TECHEETAH) fuhr mit perfektem Timing von der fünften Startposition bis auf den Führungsrang und holte damit den Sieg beim ersten Rennen des Rom-E-Prix-Doppelrennens durch die Straßen des EUR-Distrikts. Hinter ihm kamen die beiden Jaguar Racing Fahrer Sam Bird und Mitch Evans auf Platz Zwei und Platz Drei.

Vergne setzte seinen ANGRIFFSMODUS mit makelloser Präzision ein, da die 15 schnellsten Fahrer zur Halbzeit etwas mehr als fünf Sekunden Zeitabstand zueinander hatten. Er bewahrte die Nerven und verteidigte seine Position gegen seinen hartnäckigsten Herausforderer Lucas di Grassi (Audi Sport ABT Schaeffler).

Der Brasilianer hatte in den letzten fünf Minuten mit einem technischen Problem zu kämpfen, durch das er auf seinem zweiten Platz immer langsamer wurde und hinter sich einen Dominoeffekt auslöste, der Stoffel Vandoorne am schlimmsten zu schaffen machte.

Zum Lösen des Problems musste das Safety Car ausrücken, und das Rennen wurde von da an hinter dem Mini Electric Pacesetter zu Ende gebracht. Vergne stand an der Spitze vor den Jaguar Fahrern, die sich vom 10. und 13. Platz ihren Weg nach vorne gebahnt hatten.

So spielte es sich ab ...

Das Ausrücken des Safety Car wurde als notwendig erachtet aufgrund der widrigen Bedingungen – Sprühregen und rutschige, von Wasser bedeckte Streckenabschnitte.

Nach fünf verlorenen Minuten durften die Autos weiterfahren, und Porsche Rennpilot Andre Lotterer versuchte sofort, den in Führung liegenden Vandoorne anzugreifen, während Bird in der 4. Kurve auf den neunten Platz aufrückte.

Der Porsche und der Mercedes-EQ schalteten sich gegenseitig aus, während Vandoorne versuchte, den Angriff abzuwehren, und Oliver Rowland von Nissan e.dams nutze seine Chance, als die beiden Spitzenreiter weit zurückfielen – Vandoorne auf Platz 13, Lotterer auf Platz 7.

Die Strecke war weiterhin an vielen Stellen rutschig, und auf dem Asphalt hatten sich einige Pfützen gebildet, was die Fahrer zwang, von der Ideallinie abzuweichen, um die Bodenhaftung nicht zu verlieren, wobei die schnellsten 15 Fahrer lediglich 10 Sekunden Zeitabstand zueinander hatten – keinerlei Spielraum für Fehler.

Der Spitzenreiter erhielt eine Durchfahrtsstrafe für zu hohen Energieverbrauch – die Energieleistung des Autos sprang wahrscheinlich aufgrund der vielen Bodenwellen und Unebenheiten auf der Rennstrecke kurzzeitig auf über 200 kW. Di Grassi nahm das Pech des Briten bereitwillig als Geschenk für sich selbst an und rückte auf die erste Position vor.

Bei einer halben Stunde plus einer Runde verbleibender Rennzeit wurde di Grassi gnadenlos von Vergnes DS TECHEETAH gejagt – der zweifache Champion hatte seine Chance auf eine Flasche Moet & Chandon Siegeschampagner gewittert. Robin Frijns von Envision Virgin Racing hatte sich auf den dritten Platz vorgekämpft, während de Vries, Porsche Fahrer Pascal Wehrlein und sein Teamkollege Lotterer die Top Sechs abrundeten.

Als einziger Fahrer, der seinen ersten ANGRIFFSMODUS innerhalb der Top 10 aktiviert hatte, befand sich Vandoorne nach 9 Runden auf Platz Neun. Das Verlassen der Idealline zum Durchfahren der Aktivierungszone ist in der Haarnadelkurve am Marconi Obelisk besonders gefährlich, und mit nur vier Sekunden Zeitabstand zwischen den schnellsten 10 Autos wollte kein Fahrer das Risiko eingehen.

Die weiß und schwarz lackierten Porsche Rennwagen lieferten sich einen erbitterten Kampf um den fünften Platz gegen die beiden grün und schwarz lackierten Jaguar Autos, mit Bird vor Evans und direkt hinter der beiden Fahrern vom Team des Stuttgarter Autobauern. Bird kämpfte sich noch weiter vor, als er eine Runde später Lotterers beschädigten Porsche überholte und auf Platz Sechs vorrückte – ein Aufstieg um vier Plätze für den Briten.

Vergne ging als Erster das Risiko ein und aktivierte seinen ANGRIFFSMODUS. Er fand etwas Spielraum vor Bird auf Platz Fünf und drückte sich praktisch gleich danach auch an Wehrlein vorbei auf Platz Vier, um seinen Energieschub aufrechtzuerhalten, nachdem er die knifflige Aktivierungszone für den ANGRIFFSMODUS durchfahren hatte.

Zuerst den Energieschub zu nutzen war eine kühne Entscheidung, und wie sich herausstellte, genau die richtige. Vergne holte auf und setzte sich direkt hinter den Spitzenreiter – und schaffte es prompt, di Grassi zu überholen, als der Audi die ANGRIFFSMODUS-Aktivierungszone durchquerte.

Bei zwanzig Minuten plus einer Runde verbleibender Rennzeit versuchte Frijns nun, den neuen Spitzenreiter Vergne mit seinem ANGRIFFSMODUS zu attackieren. Der DS TECHEETAH des Franzosen musste sich gegen alle anderen Fahrer unter den ersten 10, die sich alle noch im ANGRIFFSMODUS mit 35-kW-Energieschub befanden, zur Wehr setzen.

In der letzten Viertelstunde des Rennens war Vergne erneut der Erste in der Führungsgruppe, der seine zweite Pflichtaktivierung des ANGRIFFSMODUS nutzte.

Am Ende hatte der DS-Mann es wieder geschafft und auch de Vries, der kurzzeitig die Führung übernommen hatte, erneut überholt. Durch den Zusammenstoß zwischen de Vries und di Grassi, der erfolgte, als der Audi Fahrer sich vordrängen wollte, konnte der DS bis zuletzt an der Spitze des Fahrerfeldes bleiben.

Nachdem er seinen ehemaligen Teamkollegen Frijns hinter sich gelassen hatte, arbeitete sich Bird weiter vor und stahl bei 10 Minuten plus einer verbleibenden Runde den vierten Platz von Vandoorne. Bird fuhr wie immer schnell in die Kurve, doch davon ließ sich Vandoorne nicht zu sehr aus der Ruhe bringen. Ganz ohne Vorwarnung zog der Jaguar Fahrer in einem weiteren späten Überholmanöver in der 19. Runde ebenfalls an de Vries vorbei und rückte auf den dritten Platz vor.

In der 20. Runde startete di Grassi in der 4. Kurve einen Angriff auf den in Führung liegenden Vergne und ergatterte damit die Spitzenposition. Er konnte sich jedoch nicht absetzen, und in der 21. Runde wurde er durch ein nicht behebbares technisches Problem in der Steigung immer langsamer. Das Fahrerfeld musste ausweichen, als die beiden Mercedes zusammenstießen – Vandoorne auf dem vierten Platz war ins Schleudern gekommen und krachte in die Barrieren.

Das Rennen war an dieser Stelle faktisch zu Ende, und Vergne legte den letzten Abschnitt hinter dem Safety Car zurück, gefolgt von Bird, der sich vom 10. Platz nach vorne gekämpft hatte, und danach sein Jaguar Teamkollege Mitch Evans, der sich vom 13. Platz vorgearbeitet hatte, gefolgt von Frijns, Buemi, Rast, Wehrlein, Lynn, Günther und Cassidy.

Damit führt Sam Bird die Fahrerwertung nun vor Frijns und de Vries, während Jaguar Racing in der Teamwertung weiterhin an der Spitze steht.

Verpassen Sie kein Detail zum 3. und 4. Rennen der Saison in Rom im Live Hub – mit den kompletten Ergebnissen aller Rennen und Trainingseinheiten, weiteren exklusiven Inhalten und der gesamten Racing-Action