Regeln und Vorschriften

Die Bestimmungen der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft

Im Motorsport braucht es klare Regeln, die für alle uneingeschränkt gelten. Was sind also die Regeln, über die Formula E Zuschauer Bescheid wissen müssen? So spielt, gewinnt und verliert man. 

Formula E erklärt

Alles, was Sie über die intensivste Rennserie der Welt wissen müssen. 

Nachfolgend finden Sie einen kurzen Überblick über die Regeln und Vorschriften, aber keine Angst – wir machen es nicht zu kompliziert. Das überlassen wir der FIA – dem Motorsport-Weltverband. Klicken Sie hier für Einzelheiten zu den Regeln und Vorschriften. 

Meisterschaft und Platzierungen

Die ABB FIA Formula E Weltmeisterschaft besteht aus zwei Titeln – einer für den besten Fahrer und der andere für das beste Team. Der Fahrer-Meistertitel geht an den Fahrer, der während der vergangenen sieben Monate die meisten Punkte gesammelt hat. Der Team-Meistertitel ergibt sich aus der Berechnung der Punkte beider Fahrer des jeweiligen Teams im Verlauf der Saison.

Punktesystem

Die Formula E verwendet das Standard-Punktesystem, das auch in anderen von der FIA genehmigten Rennserien verwendet wird – Punkte werden vergeben an die 10 besten Fahrer bei jedem Rennen.

  • 1. Platz – 25 Punkte
  • 2. Platz – 18 Punkte
  • 3. Platz – 15 Punkte
  • 4. Platz – 12 Punkte
  • 5. Platz – 10 Punkte
  • 6. Platz – 8 Punkte
  • 7. Platz – 6 Punkte
  • 8. Platz – 4 Punkte
  • 9. Platz – 2 Punkte
  • 10. Platz – 1 Punkt


Zusätzliche Punkte werden auch vergeben für die Julius Bär Pole Position und für die schnellste Runde im Qualifying und im Rennen – weitere Einzelheiten dazu sind nachfolgend beschrieben.

Der Fahrer, der auf dem ersten Startplatz – der Julius Bär Pole Position – startet, erhält drei zusätzliche Punkte, während der Fahrer, der die schnellste Runde beim Qualifying aufnimmt, einen zusätzlichen Punkt erhält.

Für das Rennen selbst erhält der Fahrer, der die schnellste Runde im Rennen absolviert, ebenfalls einen zusätzlichen Punkt. Der Fahrer muss sich jedoch unter den 10 besten Fahrern befinden, um diesen Bonuspunkt für die schnellste Runde zu erhalten. Ist das nicht der Fall, so geht der Punkt an den Fahrer aus den 10 besten Fahrern mit der zweitschnellsten Rundenzeit.

Julius Bär Pole Position: 3 Punkte

Schnellster Fahrer beim Qualifying: 1 Punkt

Schnellste Runde beim Rennen: 1 Punkt (wenn unter den Top-10-Fahrern)

So sieht ein Renntag aus

Shakedown

Für die meisten E-Prix findet am Freitag – dem Tag vor dem Hauptrennen – eine Test-Session („Shakedown“) statt, wenn die Rennstrecke (in unserem Fall die Straßen der Stadt) verfügbar ist. Die Fahrer nutzen dieses Rennen, um die elektronischen Systeme und die Zuverlässigkeit des Fahrzeugs zu prüfen. Die Performance an sich spielt keine Rolle, da mit reduzierter Geschwindigkeit gefahren wird.

Gleichzeitig können das Layout, die Fahrbahnbegrenzungen und die Eigenschaften der Rennstrecke von der FIA geprüft werden, unter Berücksichtigung des Feedbacks der Fahrer in der Fahrerbesprechung.

Motorleistung: die Motorleistung ist begrenzt auf 110 kW.

Training


Bei jedem Event gibt es zwei Trainingseinheiten – ein 30-minütiges Eröffnungstraining, gefolgt von einer weiteren 30-Minuten-Trainingssession. Am zweiten Tag eines Doppelfinales findet nur eine 30-minütige Trainingseinheit statt. Hierbei werden auch erstmals die Zeiten der Teams und Fahrer aufgenommen, während sie ein Gefühl für die Rennstrecke bekommen und die Konfiguration ihrer Autos anpassen. Die aufgenommenen Rundenzeiten haben jedoch keinen Einfluss auf das Endergebnis. Schließlich ist es nur ein Training.  

Motorleistung: 250 kW Motorleistung stehen durchgehend zur Verfügung.


So läuft das Qualifying ab

Das neue Qualifying-Format für die 8. Saison ermöglicht es den besten Teams und Fahrern, ihre Geschwindigkeit und ihr Können unter Beweis zu stellen, aber es bietet sich auch jedem Fahrer die Möglichkeit, eine besonders schnelle Runde hinzulegen und sich damit in der Startaufstellung weiter vorne zu positionieren.

In der Gruppen-Phase treten zwei Gruppen von 11 Fahrern, geordnet nach ihrer Position in der Fahrerwertung, mit 220 kW Motorleistung an, um in einer jeweils 10-minütigen Aufnahme-Session eine möglichst schnelle Rundenzeit zu erreichen, und die schnellsten vier Fahrer aus jeder Gruppe rücken in die Duell-Phase vor. Diese acht Fahrer treten dann im Viertelfinale – einem K.O.-System mit 250 kW Motorleistung – gegeneinander an, bis ins Halbfinale und weiter ins Finale.

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Der im Final-Duell siegreiche Fahrer sichert sich die Julius Bär Pole Position, während der im Final-Duell unterliegende Fahrer auf dem zweiten Platz startet. Die unterliegenden Fahrer der Halbfinal-Duelle starten auf den Startplätzen Drei und Vier, und die unterliegenden Fahrer der Viertelfinal-Duelle auf den Startplätzen Fünf bis Acht – geordnet nach ihren Rundenzeiten.

Die auf den Startplätzen Fünf bis 12 platzierten Fahrer der Gruppe des Fahrers auf der Poleposition besetzen die Startplätze mit den ungeraden Startnummern. Die entsprechenden Fahrer der anderen Gruppe besetzen die Startplätze mit den geraden Startnummern. Wenn also der Fahrer auf der Poleposition aus Gruppe 1 kommt, dann startet der fünftplatzierte Fahrer der Gruppe 1 auf Platz Neun in der Startaufstellung, und der fünftplatzierte Fahrer der Gruppe 2 startet auf Platz 10, und so weiter.

Motorleistung: 220 kW in der Gruppen-Phase und 250 kW in der Duell-Phase.


E-Prix

Rennen bzw. E-Prix beginnen mit einem Start aus dem Stand, d. h. die Autos stehen so lange still, bis die Startlichter auf Grün schalten. Die Fahrer stehen auf einem Dummy-Grid – kurz hinter der eigentlichen Startaufstellung – und fahren langsam auf ihre Startpositionen, um das Rennen zu beginnen. Der E-Prix dauert 45 Minuten. Am Ende, wenn die 45 Minuten vorüber sind und der Fahrer an der Spitze die Ziellinie überquert hat, bleibt noch eine weitere Runde bis zum Ende des Rennens. 

Eine Neuheit in der Saison 2018/19 war der ANGRIFFSMODUS, für den jeder Fahrer auf eigene Gefahr einen zusätzlichen Energieschub aktiviert. Für die Aktivierung des ANGRIFFSMODUS müssen die Fahrer die Ideallinie verlassen und eine Aktivierungszone durchfahren. Als Belohnung dafür, dass sie eine langsamere Kurvenlinie gewählt haben, erhalten sie zusätzliche 30 kW Motorleistung. Fahrer, die sich den Geschwindigkeitsbonus sichern, können diesen Energieschub ein paar Runden lang verwenden, um aggressiver zu fahren und die Möglichkeit zum Abhängen der Konkurrenz zu nutzen.

Dazu gibt es noch den FANBOOST – die Chance für das Publikum, das Rennen direkt zu beeinflussen. Die fünf Fahrer, die sich für den begehrten – von den Fans verliehenen – FANBOOST qualifizieren, erhalten einen beachtlichen Energieschub, den sie in der zweiten Hälfte des Rennens in einem Fünf-Sekunden-Fenster einsetzen können. Im Verlauf der Woche vor jedem Rennen, und bis 15. Minuten nach dem Start des Rennens, können Sie an der FANBOOST-Abstimmung für Ihren Lieblingsfahrer teilnehmen. Klicken Sie hier zum Abgeben Ihrer Stimme. 

Doppelrennen

Die meisten Events finden an einem einzigen Tag statt, um die Verkehrsstörung für die Gastgeber-Stadt möglichst gering zu halten. Wo dies möglich ist, dauern einige Events jedoch zwei Tage – ein Doppelrennen mit doppelt so viel Action. Das Programm ist an jedem Tag gleich, wobei die Trainingseinheit am zweiten Tag auf nur 45 Minuten beschränkt ist.

Reifen und Bereitstellung

Die von allen Teams und Fahrern verwendeten Reifen sind maßgeschneiderte 18-Zoll-Allwetterprofil-Reifen von Michelin – dem offiziellen Reifen-Lieferanten der FIA Formula E Weltmeisterschaft. Jeder Fahrer darf maximal vier neue Hinterreifen und vier neue Vorderreifen pro Event verwenden. Das bedeutet, dass zwei Reifensätze vom Shakedown-Rennen bis zum Ende des eigentlichen Rennens halten müssen.  

Akku-Ladezeiten

Das Aufladen der Fahrzeugbatterie ist beim Qualifying, während des Rennens sowie während der gesamten „Parc Ferme“-Phase und während der technischen Abnahme verboten. Zwischen den Rennen und während des Trainings haben die Teams die Möglichkeit, ihre Autos aufzuladen.

E-Licence

Genau wie für den normalen Straßenverkehr müssen sich die Formula E Fahrer für die Teilnahme an den Rennen qualifizieren. Um an der FIA Formula E Championship teilzunehmen, müssen die Fahrer die folgenden Auflagen erfüllen:

  • Die Fahrer müssen eine spezielle FIA-Schulung zur Elektro-Sicherheit, den besonderen Eigenschaften eines rein elektrischen Formula E Autos und den technischen und sportlichen Aspekten der Rennserie durchlaufen.
  • Die Fahrer müssen in den vergangenen drei Jahren gemäß dem FIA-Punktesystem mindestens 20 Punkte erhalten haben, um sich für eine Superlizenz zu qualifizieren. Andernfalls müssen sie in der Vergangenheit eine Superlizenz besessen oder an mindestens drei vergangenen FIA Formula E Championship Events teilgenommen haben.
  • Der Sieger der vorherigen Saison qualifiziert sich automatisch für eine Superlizenz im darauffolgenden Jahr.

Selbst wenn ein Fahrer diese Bedingungen aus jedweden Gründen nicht erfüllt, kann er teilnehmen, sofern er nach Einschätzung der FIA durchgehend überragende Fähigkeiten in Formel-Kategorien unter Beweis gestellt hat.