11 Jul 21

Bird erringt grandiosen Comeback-Sieg für Jaguar in New York City

Sam Bird von Jaguar Racing holte sich den Sieg in New York im 11. Rennen beim ABB New York City E-Prix, nach einem schwierigen Rennen am Samstag und einer souveränen Racing-Performance, die ihn bis an die Spitze der Fahrerwertung klettern ließ.

Nachdem er sich die Poleposition für das 11. Rennen der ABB FIA Formula E Weltmeisterschaft 2020/21 in New York City gesichert hatte, feierte Sam Bird ein grandioses Comeback mit einem souveränen Sieg auf dem anspruchsvollen Stadtkurs in Brooklyn, und belohnte damit die Anstrengungen des Jaguar Racing Teams am nervenaufreibenden Samstag, an dem es sein Auto in Rekordzeit reparieren musste.

Mit diesem Sieg führt Bird nun die Fahrerwertung mit 81 Punkten an, während die rein elektrische Rennserie als nächstes in seinem Heimatland in London haltmacht. Auf der anderen Seite der Jaguar-Garage musste sich das Team jedoch von allen Hoffnungen auf einen möglichen Doppelsieg verabschieden, nachdem Evans beim Versuch, seinen zweiten Platz zu verteidigen, schwere Schäden an seinem Fahrzeug erlitten hatte.

Das Pech von Evans war das Glück von Nick Cassidy von Envision Virgin Racing, der den zweiten Platz auf dem Podium ergattern konnte. Der Neuseeländer beendete ein solides Wochenende in New York City, nachdem er am Samstag den dritten Platz belegt hatte.

Auf der dritten Stufe auf dem Podium stand Antonio Felix da Costa von DS TECHEETAH. Der amtierende Champion hatte sich diskret vom siebten Startplatz aus nach vorne gearbeitet, um sich wichtige Punkte für seine Titelverteidigung zu sichern, während die Rennserie auf die letzten vier Rennen der Saison zusteuert.

So spielte es sich ab

Unter grauem Himmel konnte sich Bird an der 1. Kurve endgültig vom Rest des Fahrerfelds absetzen und nach den kniffligen ersten Kurven einen saubere Vorsprung herausarbeiten. Hinter dem Briten hatte sein Jaguar-Teamkollege Evans einen schwierigen Start, denn er musste bei der Einfahrt in die erste Kurve mit einer Blockade kämpfen und sich gleichzeitig gegen seinen Landsmann Cassidy zur Wehr setzen.

Nachdem er bereits das Qualifying nicht abgeschlossen hatte, wurde die Situation für Vergne zunehmend schlechter, da der Franzose seinen DS Techeetah zuerst nicht von der Startlinie bewegen konnte und damit in der Startzone gestrandet war, weshalb das Mini Safety Car ausrücken musste.

Nach dem Schwenken der Grünen Flagge in der 3. Runde verschwendete Bird keine Zeit und setzte sich sofort ab, um etwas Distanz zwischen sich und Evans zu bringen.

Nachdem Alexander Sims (Mahindra Racing) nach einem starken Manöver von TAG Heuer Porsche Rennpilot Andre Lotterer vom 7. Platz eine Position nach hinten gefallen war, entschloss er sich als erster Fahrer, an der 10. Kurve die Aktivierungszone zu durchfahren und die zusätzlichen 35 kW Energieleistung durch die Aktivierung des ANGRIFFSMODUS zu nutzen. 

Nachdem Jake Dennis beim Qualifying den 19. Startplatz erreicht hatte, arbeitete er sich emsig durch das Fahrerfeld bis knapp hinter die Top 10, doch der weitere Fortschritt des BMW i Andretti Motorsport Fahrers wurde gestoppt, nachdem er das Heck von Edoardo Mortara von ROKiT Venturi Racing berührte und dadurch den damaligen Spitzenreiter der Fahrerwertung in der 7. Runde ins Schleudern brachte, wodurch der schweizerisch-italienische Fahrer einige wichtige Positionen nach hinten fiel.

In der 8. Runde durchfuhren die beiden Jaguare im Gleichtakt die Aktivierungszone für den ANGRIFFSMODUS. Bird konnte seine Führung behaupten, aber Cassidy überholte Evans und rückte damit auf den zweiten Platz vor. Mit seinen zusätzlichen 35 kW Energieleistung nahm Evans jedoch umgehend seinen Landsmann aufs Korn und überholte ihn in einem sauberen Manöver. 

Nach 15 Minuten vergangener Rennzeit lag Bird souverän und beherrscht in Führung, mit einem Zeitvorsprung von fast einer Sekunde vor Evans und Cassidy, wobei letzterer dem zweitplatzierten Fahrer dicht auf den Fersen blieb.

Ein paar Runden später durchfuhren Bird und Cassidy erneut zusammen die Aktivierungszone für ihren ANGRIFFSMODUS. Mit einer in perfekter Synchronarbeit umgesetzten Strategie ließ Evans seinen Teamkollegen die Spitzenposition behalten und hielt gleichzeitig Cassidy in Schach. Evans agierte als bewegliche Straßensperre, wodurch Bird einen Zeitvorsprung von fast zwei Sekunden herausfahren konnte.

Da Cassidy nun einen Energievorteil hatte, startete der Rookie-Fahrer von Envision Virgin Racing seinen Angriff auf Evans, um den zweiten Platz zu stehlen. Er überholte weit außen und bremste seinen Rivalen in der 6. Kurve aus. Da sein Platz dadurch verloren war, aktivierte Evans seinen zweiten und letzten ANGRIFFSMODUS, um Cassidy erneut anzugreifen.

Mit dieser perfekt getimten ANGRIFFSMODUS-Aktivierung setzte Evans für die schnellste Runde an, um sich direkt hinter das Heck von Cassidy zu bugsieren und an der 10. Kurve den zweiten Platz zurückzuerobern. Hinter den beiden kam der amtierende Champion da Costa, der sich diskret durch das Fahrerfeld gearbeitet hatte, Cassidy bedrohlich nah, um den dritten Platz auf dem Podium für sich zu beanspruchen.

Wie in ihren Erzrivalen-Zeiten in den Anfangstagen der Formula E kollidierte Lucas di Grassi (Audi Sport ABT Schaeffler) mit Sebastien Buemi von Nissan e.dams in der 6. Kurve, wodurch der Brasilianer von der FIA mit einer 10-Sekunden-Zeitstrafe für das Vergehen belegt wurde.

In der 25. Runde baute Bird seine Führung noch weiter aus und setzte sich mit einem Zeitvorsprung von mehr als 2,5 Sekunden von seinem Teamkollegen ab, während sich hinter ihm ein Angriffssturm zusammenbraute.

Da Costa versuchte in der 27. Runde ein Überholmanöver mit seinem FANBOOST-Energieschub, doch der verstaubte Streckenbelag ermöglichte es Cassidy, seine Position mit einem wagemutigen Verteidigungsmanöver zu halten. Da der Neuseeländer jedoch anscheinend seine verbleibenden Energiereserven überstrapaziert hatte, wurde da Costa von seinem Team angespornt, den portugiesischen Fahrer weiter zu beharken. Über Funk kam die Nachricht: „Wir können ihn kriegen.“

Evans an der Spitze der Fahrergruppe wurde nun nicht nur von Cassidy und da Costa unter Druck gesetzt, sondern auch die beiden Porsche Fahrer Pascal Wehrlein und Lotterer griffen jetzt an. Bei seinen Verteidigungsversuchen berührte der Neuseeländer die Wand an der Außenseite der 4. Kurve und erlitt dadurch schwere Schäden an seiner linken Hinterradaufhängung, was ihn sofort vom zweiten auf den vierten Platz zurückfallen ließ, nachdem er die Situation bis dahin relativ gut unter Kontrolle gehabt hatte.

Durch den Fehler von Evans sah sich Cassidy auf dem zweiten Platz nun bedrängt von da Costa auf Platz Drei. Der erfahrene Portugiese versuchte, den Rookie-Fahrer dazu zu zwingen, seine verbleibenden Energiereserven in der Schlussphase vollständig aufzubrauchen.

Aufgrund des schweren Heckschadens an seinem Autos geriet Evans in der letzten Runde immer mehr ins Abseits und fiel beständig in den Rängen zurück. Am Ende kam er lediglich auf Platz 13 über die Ziellinie.

Doch mit dem restlichen Fahrerfeld weit hinter sich überquerte Bird die Ziellinie mit einem ordentlichen Vorsprung von vier Sekunden, jubelnd „It's coming home“ singend und dem Team gratulierend, nachdem es am Samstag ein wirklich schwieriges Rennen absolviert hatte.

Mit seinem zweiten Sieg in der Saison 2020/21 setzt sich Bird im Vorfeld des Rennens in seinem Heimatland in London an die Spitze der Fahrerwertung.

Hinter Bird holte sich Cassidy zur Krönung eines ereignisreichen und erfolgreichen Wochenendes für den Rookie-Fahrer einen weiteren Platz auf dem Podium in New York City. Die dritte Stufe auf dem Podium wird besetzt von da Costa, der sich einige wichtige Punkte zur Verteidigung seines Meistertitels sichern konnte. Durch seine Drittplatzierung und die TAG Heuer schnellste Runde bei diesem Rennen steht er nun auf dem zweiten Platz in der Fahrerwertung.

Die nächste Station in der ABB FIA Formula E Weltmeisterschaft 2020/21 ist das Doppel-Rennwochenende für das 12. und 13. Rennen beim Heineken London E-Prix in zwei Wochen, am 24. und 25. Juli in London.

Erleben Sie im Live Hub die besten Momente des spannenden Doppelrennens in New York City.