10 Jul 21

Max Günther holt mit taktischem Geschick den Sieg im 10. Rennen beim ABB New York City E-Prix

Maximilian Günther holte sich mit einer perfekten Performance seinen dritten Sieg in der ABB FIA Formula E Weltmeisterschaft im 10. Rennen beim ABB New York City E-Prix, vor Jean-Eric Vergne (DS TECHEETAH) und Lucas di Grassi (Audi Sport ABT Schaeffler) – ein Sieg auf heimischem Boden für das BMW i Andretti Motorsport Team.

Maximilian Günther von BMW i Andretti Motorsport lieferte im ersten der beiden Rennen beim ABB New York City E-Prix eine perfekte Leistung und bezwang die Straßen von Brooklyn für einen Heimsieg des BMW i Andretti Motorsport Teams, dicht gefolgt von Jean-Eric Vergne (DS TECHEETAH) und Lucas di Grassi (Audi Sport ABT Schaeffler).

Der Deutsche setzte vom vierten Startplatz aus eine wohlüberlegte Strategie um und konnte sich bis an die Spitze vorkämpfen, als Vergne fünf Minuten vor dem Ende des Rennens den die meiste Zeit über in Führung liegenden Nick Cassidy (Envision Virgin Racing) in der Haarnadelkurve überholte. Günther schöpfte seinen Energieeffizienz-Vorteil voll aus, und mit einem Prozentpunkt verfügbarer Energie mehr als Vergne verwies er den Franzosen auf den zweiten Platz.

Di Grassi hatte sich bis zur Zielflagge von Platz Sieben auf Platz Drei vorgearbeitet, während Cassidy und sein Teamkollege Robin Frijns das Rennen auf Platz Vier und Platz Fünf beendeten.

Darauf folgten die beiden Nissan e.dams Fahrer Sebastien Buemi und Oliver Rowland, und Porsche Fahrer Andre Lotterer knapp dahinter auf Rang Acht. Jaguar Racing Fahrer Sam Bird feierte ein beeindruckendes Comeback nach seinem Unfall beim 1. Freien Training und dem enormen Aufwand seines Teams beim Durchführen von Reparaturen für das Qualifying. Die Anstrengungen wurden mit Punkten belohnt, zum einen für den neunten Platz und zum anderen durch die TAG Heuer schnellste Runde. Das Schlusslicht der Top 10 bildete Rene Rast (Audi Sport ABT Schaeffler).

Mit diesem Ergebnis verzeichnet die 7. Saison bisher neun Sieger in 10 Rennen, und Frijns steht nun punktgleich zusammen mit Edo Mortara (ROKiT Venturi Racing) an der Spitze der Fahrerwertung, während Vergne dank seiner Leistung in diesem Rennen nun den dritten Platz belegt. Es bleibt also spannend für das 11. Rennen im Big Apple morgen (11. Juli) um 13:30 Uhr Ortszeit.

So spielte es sich ab

Direkt von der Startlinie weg begann der Erstplatzierte Cassidy sofort mit Verteidigungsmanövern, um sich gegen die Angriffe von Vergne und Lynn zu wehren, doch er hatte sich umsonst Sorgen um den Mahindra gemacht, da das Auto von Lynn in der 1. Kurve blockierte und übersteuerte, weshalb er bis auf den fünften Platz zurückfiel. Das kam Buemi und Günther zugute, die auf den dritten und vierten Rang vorrückten. 

Fünf Runden nach Beginn des Rennens hatte sich der Neuseeländer eine volle Sekunde Vorsprung vor dem Rest des Fahrerfeldes erarbeitet, während alle Fahrer der Top 15 weniger als 10 Sekunden Zeitabstand zueinander hatten.

Nach seinem Fehler in der 1. Runde beschloss Mahindra Fahrer Lynn, seinen ersten ANGRIFFSMODUS frühzeitig zu aktivieren, musste dann jedoch verlangsamen, um einen Fahrzeugkontakt mit Audi Sport ABT Schaeffler Fahrer di Grassi und Porsche Fahrer Wehrlein auf den Plätzen Fünf und Sechs zu vermeiden.

Der Brite eroberte mit einem Angriff auf Wehrlein den sechsten Platz zurück, während die Fahrer an der Spitze vom zweitplatzierten Vergne über Buemi, Günther und di Grassi jeweils ihren ersten Energieschub mit 35 kW Energieleistung perfekt abpassten und beim Durchfahren der Aktivierungszone keinen Boden verloren.

Der Spitzenreiter Cassidy war der letzte der Fahrer an der Spitze, der in der 7. Runde seinen ersten ANGRIFFSMODUS aktivierte und den Führungsrang verteidigen konnte. Es ging also weiter wie gehabt, mit Cassidy an der Spitze vor Vergne, Buemi, Günther, di Grassi, Wehrlein, Lynn, Rowland, Frijns und Sims in den Top 10 nach einer Viertelstunde vergangener Rennzeit.

Die 10. Runde schien besonders frustrierend für Lynn, nachdem das Heck seines Mahindra von Wehrlein angerempelt wurde, als dieser versuchte, an der Manhattan-Haarnadelkurve seinen zweiten obligatorischen ANGRIFFSMODUS zu aktivieren. Das holprige Manöver des Deutschen zwang ihn zum vorzeitigen Ausscheiden aus dem Rennen und kostete Lynn einen Platz, den er an Oliver Rowland von Nissan e.dams verlor.

Alle aktuellen Titelanwärter taten sich sehr schwer damit, Fortschritte zu machen. Edoardo Mortara von ROKiT Venturi Racing wurde bis auf Rang 21 zurückgedrängt, Stoffel Vandoorne (Mercedes-EQ) bis auf Rang 18 und Rene Rast (Audi Sport ABT Schaeffler) auf Rang 17. Sam Bird hingegen hatte bis zur Halbzeit eine beeindruckende Aufholjagd von Platz 20 bis auf Platz 13 hingelegt, während sein Teamkollege Mitch Evans aufgrund eines technischen Defekts aus dem Rennen ausscheiden musste.

Bei 22 Minuten plus einer Runde verbleibender Rennzeit hatten die Top Neun an der Spitze bereits ihre beiden ANGRIFFSMODUS-Energieschübe mit 35 kW Energieleistung aktiviert und sich direkt in den Endkampf bis zur Ziellinie gestürzt. Vergne lieferte sich einen erbitterten Zweikampf mit dem Spitzenreiter Cassidy, und die beiden zogen vor Günther, di Grassi, Frijns und Rowland weg. Letzterer hatte sich vor seinem Nissan e.dams Teamkollegen Buemi bis auf Platz Sechs vorgearbeitet, nachdem er drei Plätze hinter dem Schweizer gestartet war.

Als die letzten 15 Minuten der Rennzeit abzulaufen begannen, nutzte Günther seinen kleinen Energievorteil geschickt aus. Der drittplatzierte BMW Rennpilot hatte ein bis zwei Prozentpunkte an verfügbaren Energiereserven mehr als die beiden Fahrer an der Spitze konserviert, und setzte damit zum Angriff auf den DS von Vergne an. Die Top Drei trennte nun ein Zeitunterschied von weniger als 1,5 Sekunden.

Währenddessen musste Jake Dennis (BMW i Andretti Motorsport), kurz nachdem er vom 15. Startplatz aus in die Punkte bringenden Ränge vorgedrungen war, aufgrund von Fahrzeugversagen aus dem Rennen ausscheiden. Eine enttäuschende Wendung für den Briten, der mit seinem aggressiven Fahrstil ganz den Eindruck gemacht hatte, als würde er einige Punkte nach Hause bringen. Bird schlug daraus Kapital, nachdem er selbst nach den schnellen Reparaturen an seinem i-TYPE 5 nach seinem Unfall beim Training von den hintersten Starträngen nach vorne gekommen war.

Der führende Cassidy hatte die Situation scheinbar sehr gut im Griff, als sich das Rennen seinem Ende zuneigte. Er hielt Vergne gekonnt hinter sich, während Günther seinen dritten Platz gegen die Angriffe von di Grassi verteidigte und das Quartett an der Spitze vor dem Rest des Fahrerfelds davonzog.

Doch dann brachte Vergne mit einer genau abgepassten FANBOOST-Aktivierung seinen DS direkt hinter Cassidy, und da der Virgin Rennwagen über weniger Energiereserven verfügte, konnte Vergne die Gelegenheit nutzen, um sich an der Haarnadelkurve vor Cassidy zu setzen.

Der Franzose komplettierte sein Überholmanöver erfolgreich, wurde aber in der Bremszone etwas unvorsichtig, was Günther ermöglichte, bei fünf Minuten verbleibender Rennzeit die Führung zu übernehmen. Vergne beendete das Rennen auf Platz Zwei, während es di Grassi gelang, den letzten Platz auf dem Podium von Cassidy zu stehlen.

In den letzten fünf Minuten plus einer Runde verbleibender Rennzeit blieb Günther ohne weitere Probleme in Führung und überquerte als erster im Quartett an der Spitze die Ziellinie. Die Top 10 wurde komplettiert von Frijns, Buemi, Rowland, Lotterer, Bird und Rast.

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