27 Feb 21

Sam Bird von Jaguar Racing gewinnt das 2. Rennen in Diriyah

Sam Bird holte sich den Sieg bei seinem Debüt-Event als Fahrer für Jaguar Racing beim 2. Rennen des Doppelrennens in Diriyah zum Saisonauftakt, gefolgt von Robin Frijns (Envision Virgin Racing) und Jean-Eric Vergne von DS TECHEETAH.

Sam Bird (Jaguar Racing) besiegte seinen ehemaligen Teamkollegen Robin Frijns (Envision Virgin Racing) in einem langwierigen Duell unter den Flutlichtern. Ein Rote Flagge fünf Minuten vor dem planmäßigen Ende des Rennens führte zum vorzeitigen Abbruch, und das Rennen endete mit dem Sieg des Briten, Frijns auf Platz Zwei und DS TECHEETAH Fahrer Jean-Eric Vergne auf Platz Drei.

Frijns startete sauber von der Poleposition und wehrte Sette Camara in der 1. Kurve erfolgreich ab, und Bird nahm den DRAGON/PENSKE AUTOSPORT Fahrer sofort für ein Angriffsmanöver in der 2. Kurve ins Visier, um auf den zweiten Platz vorzurücken.

Weiter hinten bekriegte sich Antonio Felix da Costa mit Nico Müller und Sebastien Buemi – der Portugiese überholte den Nissan e.dams und setzte sich auf den achten Platz, während sein DS TECHEETAH Teamkollege etwas weiter vorne auf Platz Sieben auf Müller ansetzte.

Fünf Minuten nach dem Start wartete Bird hinter Frijns geduldig den richtigen Zeitpunkt ab, während Sette Camara, Oliver Turvey (NIO 333), Müller, Tom Blomqvist (NIO 333), Vergne, da Costa, Buemi und Nick Cassidy (Envision Virgin Racing) die Top-10-Führungsspitze abrundeten.

In der 5. Runde nutzte Vergne einen Fehler von Blomqvist, um sich auf den sechsten Platz vorzukämpfen, und der amtierende Champion verwies den Briten eine Runde später auf Platz Acht. In der Zwischenzeit kämpften Buemi und Cassidy um Platz Neun, und der Schweizer gewann das Duell mit einem Überholmanöver in der 18. Kurve, woraufhin er sofort zur Jagd auf seinen neuen Vordermann Blomqvist ansetzte.

Die beiden Fahrer an der Spitze hatten zwei Sekunden Zeitvorsprung vor Sette Camara auf Platz Drei, und dahinter Turvey auf Platz Vier, der besonnen die Angriffe seines Hintermanns Müller abwehrte. In der Zwischenzeit arbeiteten die beiden DS TECHEETAH Rennwagen in perfekter Teamkoordination, und als der Franzose seinen ANGRIFFSMODUS aktivierte, tat es ihm sein Teamkollege sofort gleich.

Müller war das erste Opfer von Vergne in der 10. Runde, als der zweifache Formula E Champion seinen Großangriff startete. Kurz darauf erwischte der DS-Fahrer Turvey und rückte damit als aktuell Schnellster auf der Rennstrecke bis auf den vierten Platz vor.

Frijns machte als nächstes von seiner ersten Pflichtaktivierung des ANGRIFFSMODUS Gebrauch, und es gelang ihm, Sette Camara zurückzuhalten und in greifbarer Nähe des nun führenden Bird zu bleiben. Der Jaguar-Fahrer hatte seinen ersten 35-kW-Energieschub bis dahin noch nicht genutzt und musste deshalb den Zeitverlust hinnehmen, um durch die Aktivierungszone für seinen ANGRIFFSMODUS zu fahren.

Der Niederländer griff Bird an und überholte den Briten in der 18. Kurve, als der Jaguar die Aktivierungszone für den ANGRIFFSMODUS durchquerte. Der erfahrene Formula E Fahrer konnte seinen Spitzenplatz nicht direkt zurückerobern, sondern Bird verlor kurzzeitig auch den dritten Platz an Sette Camara, sodass Frijns in der 14. Runde einen Zeitvorsprung von zwei Sekunden aufbauen konnte.

Kurz nach Ablauf der Hälfte der Rennzeit setzte Vergne seine Angriffsserie fort und überholte Sette Camara auf Platz Drei, während Jake Dennis (BMW i Andretti Motorsport) von Pascal Wehrleins Porsche gerammt wurde, was eine Gelbphase für die gesamte Rennstrecke zur Folge hatte – die Autos mussten bei 50-km/h-Leistung anhalten, bis die Strecke wieder geräumt war.

Bird hatte Frijns kurz vor der Gelbphase überholt und die Führung übernommen, als dieser die Aktivierungszone für seinen zweiten ANGRIFFSMODUS durchfuhr. Der Virgin-Fahrer setzte sich jedoch erneut zur Wehr, obwohl Frijns über Teamradio angab, zu viel Energie zu verbrauchen.

Bird versuchte, den Angriff zu erwidern, und da der Spitzenreiter in die Defensive gehen musste, kamen auch die beiden DS TECHEETAHs mit ins Spiel, mit da Costa vor Vergne auf den Plätzen Drei und Vier, bei 17 Minuten plus einer weiteren Runde verbleibender Rennzeit.

In der 22. Runde rückte Bird in der 18. Kurve erneut vor, während sich die beiden DS Rennwagen in der 21. Kurve gegenseitig angriffen. Vergne konnte sich durchsetzen und positionierte sich auf Platz Drei, doch die beiden schwarz-goldenen Autos lagen nach ihrem Zweikampf nun 2,2 Sekunden hinter den beiden Fahrern an der Spitze zurück.

Zwei Runden später war Bird in Führung, mit 0,8 Sekunden Zeitvorsprung vor Frijns, und er hielt diesen Vorsprung auch während seiner zweiten Aktivierung des ANGRIFFSMODUS aufrecht. Ein Kontakt zwischen Günther und Evans führte schließlich zum Abbruch des Rennens durch eine Rote Flagge, mit Bird in Führung vor Frijns, Vergne, da Costa, Cassidy, Sette Camara, Müller, Turvey, Oliver Rowland (Nissan e.dams) und Rast (Audi Sport ABT Schaeffler), wobei der Deutsche auch seine zweite TAG Heuer schnellste Runde in Folge einfahren konnte.

„Ich war etwas hin- und hergerissen“, kommentierte Bird. „Es war eine große Umstellung und ein großer Schritt für mich, meine Racing-Familie bei Envision Virgin Racing zu verlassen und zu Jaguar Racing zu wechseln, aber ich wurde dort mit offenen Armen empfangen, und ich freue mich sehr darüber, mit diesem Team heute diesen Sieg feiern zu können.“

„Der ganze Zweck der ersten beiden Rennen war für uns, hierher zu kommen und ordentlich Punkte zu holen. Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich 25 Punkte bekommen könnte, hätte ich das ohne zu zögern angenommen. Robin war sehr respektvoll, und es war wirklich eine Freude, mich mit ihm zu messen, und das ist genau das, was man von einem Fahrer seines Kalibers erwarten würde. Es lief wirklich sehr, sehr gut.“

Birds letzter Formula E Sieg war vor 11 Rennen beim vorangegangenen Besuch der Meisterschaft in Diriyah, und mit diesem Ergebnis setzt der Brite seine einzigartige Erfolgsserie eines Sieges in bisher jeder Saison weiter fort. Er kann nun auf bisher 10 Siege zurückblicken und liegt damit auch gleichauf mit Lucas di Grassi (Audi Sport ABT Schaeffler) als Zweitplatzierter in der Tabelle der meisten Siege insgesamt.

Da die mit einem Mercedes-Antriebsstrang ausgestatteten Autos der Rennfahrer von Mercedes-EQ und ROKiT Venturi Racing nicht beim Qualifying antreten konnten, weil ein Bremsproblem untersucht werden musste, waren Nyck de Vries, sein Teamkollege Stoffel Vandoorne und Norman Nato von Venturi gezwungen, von den hinteren Startreihen aus zu starten.

Der Niederländer holte keine weiteren Punkte mehr, aber nach seinen Leistungen beim 1. Rennen verlässt er Diriyah an der Spitze der Fahrerwertung, mit ein paar Punkten Vorsprung vor Bird und Frijns. Jaguar führt derweil in der Teamwertung vor Mercedes und Virgin.

Für die ABB FIA Formula E Weltmeisterschaft geht es am 10. April nach Rom für das 3. Rennen der 7. Saison.

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