06 Jun 20

Wehrlein siegt trotz Handicap und greift nach dem Titel

Pascal Wehrlein (Mahindra Racing) hat am Final-Wochenende der ABB Formula E „Race at Home Challenge“ die siebte Runde der Sim-Racing-Meisterschaft für sich entschieden und mit seinem dritten Sieg in dieser Serie die Führung in der Fahrerwertung von Stoffel Vandoorne (Mercedes-Benz EQ) übernommen. Beim letzten Rennen auf der virtuellen Strecke in Berlin-Tempelhof am Sonntag (16:30 Uhr MESZ) greift der DTM-Champion von 2015 nun nach dem Titel.

Auf den ersten Blick sah alles nach einem leichten und lockeren Rennen für Wehrlein aus. Mit einer blitzsauberen Runde hatte er sich im Qualifying die Pole Position gesichert. Im Rennen legte er schnell eine kleine Lücke zwischen sich und die Verfolger und gewann mit über drei Sekunden Vorsprung vor Oliver Rowland (Nissan e.dams) und Kelvin van der Linde (Audi Sport ABT Schaeffler).

Trotz dieser souverän erscheinenden Vorstellung sprach der 25-Järige danach von einem der „schwierigsten Rennen der Serie für mich“. 

Der Grund: Wehrlein fuhr die gesamten 15 Runden auf der virtuellen Strecke des New York E-Prix mit einem Handicap, wie er erzählte: „Ich habe die Startampel nicht gesehen, da sie durch den Halo verdeckt war. Ich habe versucht die Kameraeinstellung zu wechseln, konnte sie dann aber nicht mehr zurückändern. So bin ich das gesamte Rennen mit der falschen Kameraeinstellung gefahren.“

Wehrlein hatte also nicht die eigentliche Fahrerperspektive inne. Ein Missgeschick, das letztlich nicht bestraft wurde: „Ich war sehr erleichtert, dass ich einen kleinen Vorsprung hatte und diesen halten konnte. Ansonsten wäre das Rennen womöglich anders ausgegangen.“

So aber befindet er sich in einer sehr guten Ausgangslage vor dem finalen Showdown. Der Vorsprung von Wehrlein (130) beträgt nun zwölf Punkte auf Verfolger Stoffel Vandoorne (Mercedes-Benz EQ, 118), der sich diesmal mit Platz vier und dem Extrapunkt für die schnellste Rennrunde begnügen musste Durch die besondere Punkte-Regelung der Formel E für das finale Rennen ist aber noch nichts entschieden, weiß Wehrlein: „Für morgen ist wegen der doppelten Punktevergabe weiterhin alles offen und ich freue mich auf das Duell um den Titel.“

Vandoorne kann sich auch noch zum Meister der virtuellen Rennserie krönen. Rein rechnerisch haben sogar noch Maximilian Günther (BMW i Andretti Motorsport, 83 Punkte), der das  Samstagsrennen auf Platz fünf beendete, und Oliver Rowland (76) Chancen auf den Titel. 

Auch im „Challenge Grid“ gab es einen deutschen Sieg. Der 19-jährige Heidelberger Lucas Müller (Mahindra Racing) gewann bei den Sim-Racing-Profis bereits zum zweiten Mal. Er startet damit von der zweiten Position aus ins entscheidende Rennen am Sonntag. Der Sieger dieses „The Winner takes it all“-Rennens sichert sich den Titel, der mit einer Testfahrt im realen Gen2-Fahrzeug der Formel E belohnt wird.