16 Mai 20

Trotz Regen und Start-Chaos: Wehrlein erneut nicht zu stoppen

Pascal Wehrlein hat auch die vierte Runde der ABB Formula E „Race at Home Challenge“ für sich entschieden und damit die Führung in der Meisterschaftswertung von Maximilian Günther (BMW i Andretti Motorsport) erobert. Auf der virtuellen Strecke des Hongkong E-Prix setzte er sich nach einer Aufholjagd vor Stoffel Vandoorne (Mercedes-Benz EQ) und James Calado (Panasonic Jaguar Racing) durch.

Wehrleins Erfolg war aber diesmal deutlich härter erkämpft als der Sieg eine Woche zuvor. Schon im Qualifying sahen sich die Fahrer erschwerten Bedingungen ausgesetzt und mussten mit virtuellem Regen zurechtkommen. „Heute war es ein bisschen speziell mit den nassen Bedingungen im Qualifying. Davon wussten wir nichts, das kam für jeden unerwartet“, sagte der 25-Jährige zur überraschenden Zusatzaufgabe. Wehrlein meisterte die nassen Bedingungen jedoch gut und eroberte hinter Edoardo Mortara (ROKiT Venturi Racing) Startplatz zwei.

 

Die nächste Hürde wartete direkt nach Rennbeginn auf den Mahindra-Piloten. Günther bremste in Kurve eins zu spät, krachte in Vandoorne und schob dessen Fahrzeug gegen Wehrleins Boliden. Der reagierte jedoch schnell und setzte seine Fahrt fort. Zurückgefallen auf Position vier, startete er eine Aufholjagd Richtung Spitze. Nacheinander überholter er Nyck de Vries (Mercedes-Benz EQ) und Calado. Dabei konnte er nicht mehr optimal steuern, wie er hinterher berichtete: „Mein Fahrzeug war leicht beschädigt, die Lenkung war nach links verzogen.“

 

Doch das hielt Wehrlein nicht auf. Schließlich profitierte er von einem Fehler Mortaras, übernahm die Führung und verteidigte diese souverän bis ins Ziel. In der Fahrerwertung winkt nun ein deutsches Duell um den Titel in der ABB Formula E „Race at Home Challenge“. Sechs Punkte Vorsprung hat Wehrlein auf den bislang Führenden Günther. Der BMW-Pilot, der bereits zwei Rennen gewonnen hat, erlebte diesmal einen unglücklichen Tag und blieb ohne Punkte. Nach dem Zusammenstoß mit Vandoorne zu Beginn war sein Fahrzeug beschädigt, dazu kassierte er auch noch eine Durchfahrtsstrafe für einen Frühstart und fiel weit zurück. Als Günther schließlich mit der Mauer kollidierte, war das Rennen für ihn gelaufen. Im Race Royale-Modus schied er auf Rang 19 liegend aus.

 

Daniel Abt (Audi Sport ABT Schaeffler) konnte erstmals ein Rennen zu Ende fahren und kam auf Platz 13 ins Ziel. André Lotterer (TAG Heuer Porsche) wurde auf Rang 15 gewertet.

 

Auch im „Challenge Grid“ gab es einen deutschen Sieg. Lucas Müller (Mahindra Racing) gewann das Rennen der Sim-Racing-Profis vor Joshua Rogers (TAG Heuer Porsche) und Kevin Siggy (BMW i Andretti Motorsport).