09 Mai 20

Warum Wehrlein im Simulator so schnell ist und wie er den Lockdown nutzte

Die deutschen Formel E-Fahrer zeigen in der ABB Formula E „Race at Home Challenge“ zur Unterstützung von UNICEF derzeit ihr Potential als Sim-Racer. Neben Seriensieger Maximilian Günther (BMW i Andretti Motorsport) fielen auch André Lotterer (TAG Heuer Porsche) und Pascal Wehrlein (Mahindra Racing) durch eine starke Pace auf.

Wehrlein fuhr in Runde eins der virtuellen Meisterschaft in seinem allerersten Online-Rennen als Dritter aufs Podest. In Runde zwei gelang ihm bei seiner Jagd auf den Führenden Günther die schnellste Rennrunde, ehe ihn eine Kollision in der Schikane zurückwarf.

 

Für viele war die starke Performance Wehrleins überraschend, da er im Gegensatz zu Günther in der Zeit der Rennpause bis zum Start der ABB Formula E „Race at Home Challenge“ an keinen Sim-Racing-Events teilgenommen hatte. Dazu kommt, dass Wehrlein wenig Zeit blieb, sich auf das erste Rennen vorzubereiten.

 

„Ich habe meinen Simulator ziemlich spät bekommen – am Dienstag vor dem ersten Rennen. Ich hatte also nicht viel Zeit, mich daran zu gewöhnen und das Set-Up einzustellen. Vor dem ersten Rennen habe ich ungefähr fünf Stunden trainiert“, erzählt der 25-Jährige.

 

Dennoch hatte er erwartet, in dem Online-Wettbewerb vorne mitmischen zu können: „Ich war nicht sonderlich überrascht, da ich sehr viel Zeit im Simulator verbringe, nicht nur bei Mahindra Racing, aber auch in meiner Rolle bei Ferrari. Deshalb habe ich damit gerechnet, in einem virtuellen Rennen schnell zu sein.“

 

Seit eineinhalb Jahren bereitet sich Wehrlein im Simulator von Mahindra auf die Formel E-Rennen vor und ist parallel auch als Simulator-Fahrer für das Formel 1-Team von Ferrari im Einsatz. Von dieser Doppeltätigkeit profitiert er jetzt.

 

Für Runde drei der ABB Formula E „Race at Home Challenge“ (Samstag, 16.30 Uhr MESZ) sollte man den DTM-Champion also wieder auf der Rechnung haben.

 

Die aktuellen Beschränkungen als Folge der Coronavirus-Pandemie sind für viele Menschen eine Herausforderung. Wehrlein versucht, die Zeit positiv zu nutzen und ist alles andere als untätig: „Die meiste Zeit verbringe ich mit Training. In der Schweiz dürfen wir draußen trainieren und so habe ich viel Zeit beim Mountainbiken verbracht.“

 

Seit ein paar Jahren lebt er auf der Schweizer Seite des Bodensees. Neben sportlichem Training nutzte der gelernte KFZ-Mechaniker die vergangenen Wochen auch zur Umgestaltung seiner Wohnung:

 

„Durch den Lockdown hatte ich Zeit, einige Arbeiten in meiner Wohnung zu erledigen. Ich habe in fast jedem Zimmer Umbauarbeiten vorgenommen. Unter anderem habe ich mir selbst ein Schuhregal und einen Umkleideraum gebaut. Mein Büro habe ich in einen Fitnessraum umgewandelt. Und ich habe einen neuen hölzernen Esstisch bekommen, den ich mitdesignt habe.“