23 Jul 20

Die deutschen Highlights in Saison 6: Rekordsieger Günther und ein Traumstart

Nicht einmal mehr drei Wochen sind es bis zum großen "Season 6 Finale" der ABB FIA Formel Meisterschaft in Berlin-Tempelhof (5. bis 13. August). Die deutschen Fahrer und Hersteller werden bei dem „Sixpack“, den sechs Rennen in der Hauptstadt, besonders im Fokus stehen.

Jeder träumt natürlich vom Heimsieg, so wie er Daniel Abt 2018 gelungen ist. Das gilt neben den vier deutschen Piloten Max Günther (BMW i Andretti Motorsport), André Lotterer (TAG Heuer Porsche), René Rast (Audi Sport ABT Schaeffler) und Abt (NIO 333) auch für die vier deutschen Hersteller Porsche, BMW, Audi und Mercedes-Benz EQ.

 

Doch auch bei den bisher absolvierten fünf Rennen der sechsten Saison gehörten die deutschen Fahrer und Teams jeweils zu den Haupt-Protagonisten.

 

Ein Rückblick:

Traumhafter Auftakt für deutsche Debütanten

Viele Experten hatten den Neueinsteigern Mercedes-Benz EQ und TAG Heuer Porsche einen schweren Stand in den ersten Rennen vorhergesagt. Doch dann fuhren beide gleich beim Debüt in Diriyah aufs Podium. Der erfahrene André Lotterer sicherte Porsche Platz zwei, Mercedes-Pilot Stoffel Vandoorne wurde Dritter und legte tags darauf im zweiten Rennen gleich noch einmal Rang drei nach. Mercedes-Benz EQ übernahm damit nach dem Auftakt-Wochenende die Führung in der Team-Wertung. Ein Traumstart!

Rekord-Sieg von Max Günther in Santiago

609 Tage – so lange mussten die Fans auf einen deutschen Sieg in der Formel E warten. In Santiago de Chile war es endlich so weit. In einem dramatischen Rennen fuhr BMW-Pilot Max Günther nach einem perfekt getimten Manöver, mit dem er in der allerletzten Runde an António Félix da Costa (DS Techeetah) vorbeizog, als Erster über die Ziellinie. Er beendete damit nicht nur die deutsche Durststrecke, sondern krönte sich mit damals noch 22 Jahren zum jüngsten Formel E-Sieger aller Zeiten.

Abts Blitz-Rückkehr

Beim CBMM Niobium Mexico City E-Prix war es der damalige Audi-Pilot Daniel Abt, der aus deutscher Sicht im Zentrum des Geschehens stand. Nach einem Unfall im Freien Training am Morgen sah es nicht so aus, als würde er am Rennen am Nachmittag teilnehmen können. Mit hoher Geschwindigkeit war er mit seinem Boliden am Ende einer langen Geraden in die Streckenbegrenzung geprallt. Abt wurde per Helikopter ins Krankenhaus geflogen und kehrte nach der Untersuchung rechtzeitig zum Rennstart zurück, um acht Stunden nach dem Unfall wieder im Cockpit zu sitzen. Sein Team schaffte es, das schwer beschädigte Fahrzeug in Rekordzeit wieder renntauglich zu machen. Auch wenn Abt das Rennen anschließend nicht zu Ende fahren konnte – eine starke Leistung aller Beteiligten.

Günthers Schlussrunden-Coup

Beim Marrakesch E-Prix war es erneut Max Günther, der für Aufsehen sorgte. Wieder kämpfte der Allgäuer mit um den Sieg und bewies in der Schlussphase, wie abgebrüht er inzwischen sein kann. Eiskalt ließ er Titelverteidiger Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) in der letzten Runde ins Leere laufen und zog innen in der Kurve vorbei. Mit diesem Manöver sicherte er sich Platz zwei hinter Sieger da Costa. Ob Günther ähnlich spektakuläre Aktionen auch in Berlin gelingen?