17 Jan 20

Santiago-Rückblick: Irres Team-Duell und Deutsche nah am Sieg

Zweimal fand der Antofagasta Minerals Santiago E-Prix bereits statt, einmal im Parque Forestal, das andere Mal war der Parque O‘ Higgins der Austragungsort, der auch am kommenden Samstag (18. Januar) der Schauplatz der vollelektrischen Action sein wird. Beide bisherigen Rennen in der chilenischen Hauptstadt verliefen spannend und spektakulär – gerade auch aus Sicht der deutschen Fahrer.

Sowohl 2018 als auch 2019 war ein deutscher Pilot ganz nah dran am Sieg. Unvergessen ist das enge Duell, das sich André Lotterer vor zwei Jahren mit seinem damaligen DS-Techeetah-Teamkollegen Jean-Eric Vergne lieferte. Bis zum Schluss attackierte Lotterer den Franzosen, mehrfach waren die beiden gleichauf und berührten sich mit ihren Boliden. Dabei kam es zu einer der wohl verrücktesten Renn-Szenen der gesamten Saison 4: Als Vergne vor Lotterer früh bremste, landete der Duisburger mit der Nase seines Fahrzeugs auf dessen Heckflügel. Ineinander verklemmt wie Lokomotive und Wagon bewegten sich die beiden Boliden kurzzeitig gemeinsam voran. Überraschenderweise überstanden die Fahrzeuge den Vorfall weitestgehend unbeschädigt. Am Ende musste sich Lotterer trotz aller Bemühungen mit Rang zwei zufriedengeben und wartet bis heute auf seinen ersten Sieg in der ABB FIA Formel E Meisterschaft. Vielleicht klappt es ja in dieser Saison in Diensten von TAG Heuer Porsche.

Auch Pascal Wehrlein kämpfte im Vorjahr bis kurz vor Schluss um den Sieg. Dabei war es für den Mahindra-Racing-Piloten erst das zweite Formel-E-Rennen seiner Karriere. Bereits im Qualifying hatte der frühere DTM-Champion mit Platz zwei überrascht. Am Ende des Rennens wagte Wehrlein eine mutige Attacke auf den Führenden Sam Bird. Schließlich bremste ihn aber Teamchef Dilbagh Gill ein: „Pascal, sei vernünftig und bring das Auto nach Hause!“ Doch auch Platz zwei bedeutete ein hervorragendes Resultat für Wehrlein, bis heute sein bestes Formel-E-Ergebnis.