03 Mrz 20

Rookie Tests machen Fahrern Lust auf mehr

Die ABB FIA Formel E Meisterschaft nutzt die Rookie Tests in Marrakesch traditionell, um ausgesuchten Piloten die exklusive Chance auf Runden in einem vollelektrischen Rennfahrzeug zu eröffnen. Die vielversprechenden Talente und teilweise schon erfahrenen Motorsport-Profis, die bei den deutschen Teams zum Einsatz kamen, äußerten sich nach den Test-Sessions am Sonntag begeistert. Einer von ihnen hat für seine Premiere im Formel E-Boliden sogar eine kleine Odyssee in Kauf genommen.

Für Jake Hughes (Großbritannien) war der Einsatz in Marrakesch eine „Zerreißprobe“ im positiven Sinn. Zugunsten des Formel-E-Tests für Mercedes-Benz EQ verzichtete der 25-Jährige kurzerhand auf den ersten Tag der Preseason-Tests der Formel 3 in Sakhir/Bahrain und stieg erst an Tag zwei in die Testfahrten der Nachwuchsserie ein.

Von der Strecke in Marrakesch ging es für ihn nach den Rookie Tests direkt zum Flughafen. Nach einem Zwischenstopp in Riad kam er am Montag schließlich am Bahrain International Circuit an und saß keine 20 Stunden nach seinem Formel-E-Erlebnis wieder in seinem angestammten Formel-3-Cockpit von HWA RACELAB.

Die zusätzlichen Reisestrapazen nahm Hughes gerne in Kauf: „Was mich persönlich angeht, habe ich es sehr genossen. Die Pace war sehr gut. Ich habe mich vom ersten Moment an im Fahrzeug wohl gefühlt. Die Formel E gefällt mir, ich hoffe, ich kann bald zurückkommen.“ 

Hughes fuhr die siebtbeste Zeit, aber das war für ihn zweitrangig. Vielmehr wollte er dem deutschen Newcomer-Team wertvolle Erkenntnisse liefern, um den Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 01 weiter zu verbessern: „Ich denke, ich habe ihnen gutes Feedback gegeben. Die Fahrer werden beim nächsten Mal davon profitieren, denke ich.“ 

Neben der Einsatzchance für neue Piloten bietet der Rookie Test den Teams die Möglichkeit, während der laufenden Saison an den notwendigen Stellschrauben zu drehen, um Defizite zu beheben.

BMW auch bei Rookies schnell

Das in der Teamwertung auf Rang zwei liegende BMW i Andretti Motorsport hat im Vergleich zu den Konkurrenten mit weniger Defiziten zu kämpfen. Nach dem Podestplatz von Maximilian Günther am Vortag hinterließ das Team auch am Sonntag einen starken Eindruck. Der 21-jährige Indy Lights-Pilot Kyle Kirkwood (USA) landete auf Rang fünf, DTM-Fahrer Lucas Auer (Österreich) auf Rang acht.

Der zweimalige ADAC GT Masters Champion Kelvin van der Linde (Südafrika) belegte für Audi Sport ABT Schaeffler Platz neun.

Der 22-jährige Thomas Preining (Österreich) fuhr im Porsche 99X Electric auf Rang 15 und zeigte sich ähnlich angetan wie Hughes vom elektrischen Boliden. 

„Die Testfahrten haben viel Spaß gemacht. Persönlich konnte ich einiges über die speziellen Eigenschaften des Autos lernen. Die Daten werden dem Team bei der weiteren Optimierung der Performance des Porsche 99X Electric für zukünftige Renneinsätze helfen. Daher war es für uns alle ein Gewinn. Ich freue mich schon jetzt auf weitere Tests mit dem Fahrzeug.“