12 Feb 20

Mexiko-Rückblick: Herzschlagfinale und deutscher Premieren-Sieg

Die deutschen Fahrer gehörten bei den vergangenen beiden Rennen in Mexiko City zu den Hauptprotagonisten. 2018 gewann Daniel Abt den E-Prix im Autodromo Hermanos Rodriguez und 2019 sah Pascal Wehrlein bis 50 Meter vor dem Ziel wie der sichere Sieger aus.

Von der Pole Position gestartet, lag Wehrlein in seinem erst dritten Rennen in der ABB FIA Formel E Meisterschaft bis zur letzten Runde an der Spitze des Feldes. Doch Lucas di Grassi (Audi Sport ABT Schaeffler) saß dem Mahindra-Piloten, dessen Batterie langsam zur Neige ging, im Nacken.

Mit der Energie-Anzeige auf null Prozent bog Wehrlein auf die Zielgerade ein. Der frühere DTM-Champion versuchte sich rollend über die Ziellinie zu retten und machte sich dabei so breit wie möglich. Doch di Grassi fand die Lücke und überholte Wehrlein auf den allerletzten Metern außen an der Wand entlang. Der brasilianische Audi-Pilot sicherte sich den Sieg in einer der knappsten Rennentscheidungen überhaupt. Eine Szene, die den Motorsport-Fans länger im Gedächtnis blieb. Di Grassis Überholmanöver wurde für den FIA Action of the year Award 2019 nominiert.

Wehrlein verlor nach der Zieldurchfahrt auch noch den zweiten Platz. Von di Grassi unter Druck gesetzt, hatte er in der Schikane abgekürzt und wurde dafür mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt. Dadurch fiel er im Endergebnis auf Platz sechs zurück.

Abt feiert 2018 historischen Sieg

Historische Bedeutung hat der Mexiko-Erfolg von Daniel Abt (Audi Sport ABT Schaeffler) vor zwei Jahren. Es war der erste deutsche Sieg überhaupt in der Formel E. Mit Abts Triumph in Berlin 2018 und Maximilian Günthers Erfolg in Santiago vor wenigen Wochen sind es bislang insgesamt drei. 

Die Art und Weise, wie sich Abt damals Platz eins sicherte, kann er in der aktuellen Saison allerdings nicht wiederholen. Sein Team vollzog vor zwei Jahren den vorgeschriebenen Boxenstopp mit Fahrzeugwechsel so blitzschnell, dass es damit Abt von Rang zwei in die Führungsposition brachte.

Diese gab der Allgäuer bis ins Ziel nicht mehr ab und ließ der Freude über seinen ersten Sieg nach über drei Jahren in der Formel E freien Lauf: „We did it!“, schrie er hörbar erleichtert in den Funk.