17 Feb 20

BMW baut Meisterschaftsführung aus, harter Tag für Neulinge

Beim CBMM Niobium Mexico City E-Prix rücken BMW und Audi die von Neueinsteiger Mercedes-Benz EQ durcheinandergerüttelte deutsche Hackordnung in der ABB FIA Formel E Meisterschaft ein wenig zurecht. Sie spielen ihre Erfahrung aus und profitieren vom Pech der Neulinge.

Bei Rennbeginn sah es so aus, als würden die Neueinsteiger die Rangfolge der Formel E weiter durcheinanderwirbeln. André Lotterer hatte TAG Heuer Porsche mit einem starken Auftritt im Qualifying die erste Pole Position in der Formel E beschert, der zweite Podestplatz nach dem Auftaktrennen in Diriyah schien möglich. Mercedes-Rookie Nyck de Vries, der in Santiago wegen einer nachträglichen Strafe seinen dritten Platz verloren hatte, startete als Dritter des Qualifyings erneut mit Aussichten aufs Podium ins Rennen.

BMW i Andretti Motorsport und Audi Sport ABT Schaeffler mussten dagegen mit den Startplätzen 16 (Maximilian Günther) und 18 (Alexander Sims) beziehungsweise 15 (Lucas di Grassi) und 22 (Daniel Abt) Vorlieb nehmen.

Doch je länger das Rennen dauerte, desto mehr gingen die Träume der neuen Teams zum Teil wortwörtlich in Rauch auf. Lotterer musste seine Führung schon nach der ersten Kurve Mitch Evans (Panasonic Jaguar Racing) überlassen. Seine Reifenabdeckung wurde früh beschädigt, nach einem Kontakt mit de Vries nahm der Vorderflügel weiteren Schaden. Lotterer kratzte damit am Asphalt entlang und verursachte eine Rauchwolke. Er begab sich an die Box und musste das Rennen schließlich ganz aufgeben.

De Vries und Vandoorne scheiden aus

De Vries zog zwar in den Duellen mit den routinierteren Fahrern das eine oder andere Mal den Kürzeren, hielt sich aber bis 18 Minuten vor Schluss aussichtsreich auf Rang 5. Dann bremste er im Duell mit António Félix da Costa (DS Techeetah) am Ende der Start-Ziel-Geraden zu spät. Er wurde von Robin Frijns (Envision Virgin Racing) von hinten getroffen und rutschte in die Auslaufzone. Auch er musste das Rennen daraufhin beenden.

Doch sein Teamkollege Stoffel Vandoorne, der von Rang zehn gestartet war, war nach wie vor im Rennen und drauf und dran, auch im vierten Rennen in die Punkteränge zu fahren. Auf Platz fünf liegend unterlief dem Belgier aber dann in der Schlussrunde ein Fehler, als er Kurve drei nicht optimal erwischte und in der Streckenbegrenzung landete.

„Ich habe viele Punkte liegen gelassen. Ich bin sehr enttäuscht, für das Team tut es mir leid. An Tagen wie heute müssen wir punkten“, gab sich Vandoorne nach dem Rennen selbstkritisch. Teamchef Ian James sprach von einer „charakterbildenden Maßnahme für das ganze Team.“

Gleiches gilt für das TAG Heuer Porsche Team, das schon in Santiago mit beiden Fahrern nicht die Zielflagge gesehen hatte. Neel Jani war deshalb diesmal darauf bedacht, das Ziel zu erreichen, was ihm als Sechzehnter auch gelang. So sammelte er zumindest die für einen Neueinsteiger so wichtigen Renndaten.

Sims und di Grassi klettern

Die alteingesessenen Teams von BMW und Audi sammelten dagegen nicht nur Daten, sondern auch Punkte, weil sie ihre Erfahrung ausspielten. 

Alexander Sims fuhr mit einem konzentrierten Rennen und überlegtem Energiemanagement bis auf Rang fünf vor, Audi-Pilot Lucas di Grassi kämpfte sich in ähnlicher Manier auf Rang sechs.

„Insgesamt ist es großartig, einen Renntag, der zunächst nach einer Enttäuschung ausgesehen hat, noch mit einem so guten Ergebnis zu beenden“, freute sich Sims, der die Führung in der Teamwertung für BMW i Andretti Motorsport weiter ausgebaut hatte.

Bei Mercedes und Porsche war es genau andersherum gewesen. Ein Tag, der so gut begonnen hatte, endete mit einer Enttäuschung.