29 Feb 20

König der Schlussrunde: Günther holt sich nächsten Podestplatz

Maximilian Günther von BMW i Andretti Motorsport mausert sich zum Schlussrunden-König der Formel E. Beim Marrakesch E-Prix gelang ihm zum wiederholten Male ein Manöver auf den letzten Rennmetern, und er sicherte sich Rang zwei.

Wieder die letzte Runde, wieder Maximilian Günther! Bereits bei seinem Sieg in Santiago de Chile hatte er in der Schlussrunde das entscheidende Manöver gegen António Félix da Costa (DS Techeetah) gesetzt. Beim Marrakesch E-Prix gelang dem 22-Jährigen ein ähnlicher Coup gegen Titelverteidiger Jean-Eric Vergne (DS Techeetah). Über mehrere Runden hinweg attackierte er den Franzosen, der in den Duellen zunächst seine Erfahrung ausspielte und sich clever verteidigte. Bis zur Schlussrunde. Dann kam Günthers Moment: „Davor ist er in den Kurven immer nach innen gezogen, aber dann ging er kurz vor Kurve elf in die Mitte, ich habe das gesehen, bin innen vorbei und habe Platz zwei erobert.“

 

Günther profitierte dabei einmal mehr von der cleveren Renntaktik seines Teams. Während Vergnes Batterie auf den letzten Metern zur Neige ging, konnte Günther bis zum Schluss die volle Energie für den Kampf um Platz zwei einsetzen. „Beim Energiemanagement war ich gegenüber JEV (Jean-Eric Vergne, Anm. d. Red.) im Vorteil. Das hat den Ausschlag gegeben.“

 

Im Rennverlauf schien für den von Position zwei gestarteten Günther kurzzeitig sogar der zweite Saisonsieg drin zu sein, als er in Runde 15 auf der Start-Ziel-Geraden den späteren Gewinner da Costa überholte und in Führung ging. Der konterte jedoch fünf Runden später mit aktiviertem Attack Mode.  

 

„Danach ging es um das richtige Energiemanagement, um in einer guten Ausgangsposition für die Endphase des Rennens zu sein“, erklärte Günther die Strategie. Das gelang ihm in Zusammenarbeit mit seinem Renningenieur wie schon in Santiago meisterlich. Durch den zweiten Platz rückte er in der Fahrerwertung auf Rang vier nach vorne.

 

André Lotterer (TAG Heuer Porsche) war mit Startplatz drei erneut ein starkes Qualifying gelungen. Im Rennen konnte er zwar mit der Pace der Spitze nicht mithalten, fuhr aber am Ende als Achter die nächsten Punkte für den Neueinsteiger ein.

 

Abt frustriert, Mercedes im Pech

 

Daniel Abt (Audi Sport ABT Schaeffler) hatte sich nach seinem heftigen Unfall in Mexiko City rechtzeitig fit gemeldet, musste sich aber mit Rang 14 zufriedengeben. „Hinterher sprach er von einem „sehr frustrierenden Rennen. Wir hatten nicht die Performance, mit der wir gerechnet hatten. Wir haben jetzt viele Hausaufgaben zu machen.“

 

Pascal Wehrlein (Mahindra Racing) wurde zwischenzeitlich von einem Reifenschaden zurückgeworfen und kam auf Platz 22 ins Ziel.

 

Das Mercedes-Benz EQ Team schloss das Rennen vor den Augen von Mercedes-Sportchef Toto Wolff mit den Rängen elf (Nyck de Vries) und 15 (Stoffel Vandoorne) ab.

 

De Vries hatte im Qualifying als Vierter einen starken Eindruck hinterlassen. Doch dann wurde ihm ein Software-Problem zum Verhängnis. Weil er beim Rekuperieren die zulässige Energiegrenze überschritt, erhielt er eine Durchfahrtsstrafe und musste den Kampf um die Podestplätze frühzeitig aufgeben.