12 Aug 20

Rast holt mit mutiger Schluss-Attacke ersten Podestplatz in der Formel E

In seinem erst fünften Rennen für Audi Sport ABT Schaeffler feiert René Rast beim Finale in Berlin seinen ersten Podiumserfolg in der Formel E. In einem spannenden Finish zeigt der DTM-Champion, wir schnell er gelernt hat, worauf es in der Rennserie ankommt.

Ein Stück der Fahrzeugverkleidung über der Reifenabdeckung hing herab, als René Rast über die Ziellinie fuhr. Er hatte wirklich alles für den Erfolg gegeben. Ein für ihn persönlich sehr bedeutender Erfolg. Im fünften Rennen der Final-Serie der Formel E fuhr Rast in der vollelektrischen Rennserie erstmals aufs Podest. Der DTM-Champion setzte sich im entscheidenden Duell gegen André Lotterer (TAG Heuer Porsche) durch und kam beim Sieg von Oliver Rowland (Nissan e.dams) als Dritter ins Ziel.

 

„Ich freue mich riesig über mein erstes Podium in der Formel E. Die letzten Tage waren wirklich anstrengend für mich“, sagte der überglückliche Rast nach dem Rennen. „Ich habe es auf die harte Weise gelernt. Da war ich der Punching Ball“, fasste er seine ersten vier Auftritte in Berlin zusammen, bei denen er nur einmal als Zehnter in den Punkterängen gelandet war.

 

Diesmal drehte Rast den Spieß um. Schon am Nachmittag setzte er ein Ausrufezeichen, als er sich mit der besten Zeit der vier Qualifying-Gruppen für die Super Pole qualifizierte. Rang vier nach dem Shootout bedeutete schließlich eine glänzende Ausgangsposition für den gebürtigen Mindener.

 

Taktik geht perfekt auf

 

Rast, der vor dem Finale in Berlin in seiner Karriere erst ein einziges Formel E-Rennen bestritten hatte, nutzte den vorderen Startplatz, um sich anhand der gesammelten Erkenntnisse auf dem früheren Flughafengelände eine Taktik zurechtzulegen. „Ich habe versucht zu Beginn des Rennens, Energie zu sparen und dann anzugreifen, wenn die anderen nicht damit rechnen.“

 

 

Diese Taktik funktionierte perfekt. Lotterer hatte Rast mithilfe der Attack Modes überholt und ging als Dritter vor dem Audi-Piloten in die letzten Runden. Der gebürtige Duisburger, der bereits seine dritte Saison in der Formel E absolviert, war klarer Favorit in diesem deutschen Duell.

 

Doch Rast hatte für den finalen Showdown einen entscheidenden Vorteil: „Das Team hat mir mitgeteilt, dass ich für die letzte Rennrunde ein halbes Prozent mehr Energie zur Verfügung habe als André.“

 

Und so wagte Rast in der letzten Kurve des erneut umgebauten Kurses einen Angriff – und scheute dabei kein Risiko: „Ich sah, dass er kämpfen musste - also habe ich versucht, ihn weiter zu attackieren. Wir hatten Kontakt, aber ich habe in den vergangenen Rennen gelernt, dass das in der Formel E dazugehört. Heute hat es sich für mich gelohnt.“ 

 

Rast setzte sich in einem harten, aber nicht unfairen Zweikampf durch und überquerte als Dritter die Ziellinie. Ein dritter Platz, der sich auch für seine weitere Rennkarriere als wertvoll erweisen könnte. Rast ist zunächst nur für die Rennen in Berlin als Fahrer bei Audi Sport ABT Schaeffler eingeplant. Nach dem starken Auftritt vom Mittwoch hat er sehr gute Karten auch in Saison 7 für Audi im Cockpit zu sitzen.