13 Aug 20

Vandoorne an der Spitze beim Mercedes-Doppelsieg im letzten Rennen der ABB FIA Formula E Championship 2019/20

Stoffel Vandoorne ergatterte neben seinem ersten Sieg in der Rennserie zusammen mit seinem Teamkollegen Nyck de Vries einen beeindruckenden Doppelsieg für Mercedes-Benz EQ beim 11. Rennen der ABB FIA Formula E Championship 2019/20. Sebastien Buemi (Nissan e.dams) beendete das Rennen als Dritter.

Durch dieses Ergebnis steht Vandoorne nun direkt hinter dem Gewinner des Meistertitels Antonio Felix da Costa auf dem zweiten Platz in der Fahrerwertung, nachdem de Vries in den letzten zwei Runden einen späten Angriff auf Buemi gestartet hatte.

Der dritte Platz des Schweizers reichte aus, um Nissan e.dams den zweiten Platz in der Teamwertung hinter DS Techeetah zu sichern. Mercedes-Benz EQ steht auf Platz Drei und ist damit der bestplatzierte deutsche Automobilhersteller.

„Was für ein unglaubliches Rennen. Es war einfach perfekt für uns“, kommentierte Vandoorne. „Seb (Buemi) war uns immer gefährlich, aber wir hatten das Gefühl, seine Angriffe gut unter Kontrolle zu haben. Wir hätten uns keinen besseren Ausgang zum Saisonende erhoffen können, und der zweite Platz in der Gesamtwertung ist ein echter Bonus.

„Direkt vom Start weg beim Rennen das Tempo vorgeben zu können ist etwas ganz Neues, und ich bin richtig froh, dass wir es erfolgreich durchgezogen haben. Das ganze Team hat fantastische Arbeit geleistet. Ich hatte in den letzten Rennen Probleme beim Qualifying, aber heute war alles perfekt.“

Nach dem Rennen wurden da Costa und DS Techeetah bei der Ehrung auf dem Podium zu den Gewinnern der Fahrerwertung und der Teamwertung gekrönt, nachdem sie sich diese Titel bereits am Ende des 9. Rennens am Sonntag in Berlin gesichert hatten.

So spielte es sich ab

In der Anfangsphase gab es keine Veränderungen an der Spitze. Vandoorne war auf der Julius Bär Pole Position gestartet, blieb in Führung und hatte am Ende der ersten Runde einen Vorsprung von 1,6 Sekunden aufgebaut. Nyck de Vries (Mercedes-Benz EQ) konnte im ersten Abschnitt der ersten Runde den dritten Platz von Audi Sport ABT Schaeffler Fahrer Rene Rast stehlen.

Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) und Alex Sims (BMW i Andretti Motorsport) machten gleich nach dem Start das meiste an Boden wett und rückten jeweils um drei Positionen auf den 18. bzw. den 12. Platz vor.

De Vries durchfuhr als Erster die Aktivierungszone für den ANGRIFFSMODUS und nutzte seinen Energieschub sofort dazu, den dritten Platz von Rene Rast (Audi Sport ABT Schaeffler) und dann den zweiten Platz von Sebastian Buemi (Nissan e.dams) in Runde Neun zu stehlen.

Bei 30 Minuten verbleibender Rennzeit plus einer verbleibenden Runde standen die Zeichen gut für Mercedes Benz EQ, das beste noch mögliche Ergebnis in der Teamwertung zu erreichen, da jeder der drei Fahrer an der Spitze, Vandoorne, de Vries und Buemi, die Aktivierungszone bereits durchfahren hatten.

Nach dem momentanen Stand konnte Vandoorne den zweiten Platz in der Fahrerwertung holen, da Oliver Rowland (Nissan e.dams), der diesen Platz zu diesem Zeitpunkt belegte, sich von ganz hinten in der Startaufstellung nur bis zum 19. Platz in Runde 14 vorgekämpft hatte.

Unterdessen lieferten sich vier Fahrer ein Gefecht um Platz Vier, knapp hinter den Podiumsplätzen. Rast lag vor Robin Frijns (Envision Virgin Racing), Edo Mortara (ROKiT Venturi Racing) und Alex Lynn (Mahindra Racing), und alle waren in einen erbitterten Nahkampf verstrickt.

Etwas weiter hinten überholte in Runde 15 Lucas di Grassi von Audi Sport ABT Schaeffler durch ein geschicktes Manöver Sergio Sette Camara (Geox Dragon) auf Platz Acht. Felipe Massa (ROKiT Venturi Racing) auf Platz 11 wurde überholt von Sam Bird bei dessen letztem Rennen für Envision Virgin Racing, dem Team, bei dem er seit der ersten Saison zu Hause gewesen war.

Bei der zweiten Aktivierung des ANGRIFFSMODUS deckten sich die Strategien der Fahrer an der Spitze gegenseitig ab, wobei Buemi kurzzeitig die Führung übernahm, da er seinen Energieschub eine Runde später aktiviert hatte als die beiden Mercedes-Benz Fahrer vor ihm. Nach 17 gefahrenen Runden lag Vandoorne erneut in Führung.

Rast, Frijns, di Grassi, Lynn, Mortara, Bird und Sette Camara bildeten nach der ersten Hälfte des Rennens den Rest der Top Ten, mit sechs Sekunden Zeitabstand zueinander. Vergne machte von allen Fahrern aus der ersten Qualifying-Gruppe noch immer die besten Fortschritte und war nur zwei Ränge von den Punkte einbringenden Plätzen entfernt – und er wusste, dass er mindestens auf Platz Sechs kommen musste, um sich den zweiten Platz in der Gesamtwertung zu sichern.

Bei weniger als 20 verbleibenden Minuten wendete sich der Kampf um den zweiten Platz in der Fahrerwertung zugunsten von Buemi. Der Champion der Saison 2015/16 eroberte den zweiten Platz von de Vries, obwohl sein Team ihn über Teamfunk darauf hinwies, dass der Niederländer noch zwei Prozent mehr verbleibende Energie hatte als der Nissan-Fahrer.

Di Grassi arbeitete sich durchs Fahrerfeld und startete Angriffe auf Lynn und Mortara, um auf Platz Sechs vorzurücken. Dabei wurde seine Erfahrung deutlich, und er hatte noch zwei 35-kW-Energieschübe über ANGRIFFSMODUS sowie seinen FANBOOST in Reserve.

Der Brasilianer führte in der 1. Kurve sein berühmtes Überholmanöver aus und versuchte, an Frijns vorbei zu kommen, aber der Niederländer hielt den Audi in Schach, obwohl ihn dieser mit 35 kW Energieleistung im ANGRIFFSMODUS drangsalierte.

Bei zehn Minuten verbleibender Rennzeit plus einer verbleibenden Runde lag Vandoorne mit 1,5 Sekunden Vorsprung klar in Führung, aber sein Teamkollege de Vries begann, im Kampf um den zweiten Platz Buemi aggressiv zu traktieren. Ein gewagtes Manöver in der letzten Kurve wurde vom erfahrenen Schweizer entschieden zunichte gemacht, doch dies war nicht das Ende der Geschichte, da der Mercedes immer noch über Energiereserven verfügte.

Bird, der sich von Platz 14 nach vorne gekämpft hatte, nutzte seine zweite Durchfahrt der Aktivierungszone zum Aufrücken auf Platz Sechs in Runde 30, und überholte di Grassi, kurz nachdem er an Lynn vorbei gekommen war. Da Frijns nun von di Grassi attackiert wurde, eröffnete sich für Envision Virgin Racing die Chance, BMW i Andretti den vierten Platz in der Teamwertung streitig zu machen.

Die Virgin-Fahrer tauschten ihre Plätze, damit Bird sich den fünften Platz sichern konnte, während Frijns zurückfiel und di Grassi ihn in der letzten Kurve vor den letzten drei Runden überholen konnte. Die beiden Autos stießen jedoch zusammen, und Frijns erlitt einen Reifenschaden, weshalb er schließlich das Rennen abbrechen musste.

De Vries nutzte seinen höheren Energiestand, um Buemi endgültig hinter sich zu bringen, was auch bedeutete, dass sich sein Teamkollege und Spitzenreiter des Rennens nun vor den Nissan-Fahrer auf den zweiten Platz in der Fahrerwertung setzen sowie zusammen mit ihm einen Doppelsieg für das Team einfahren würde.

Buemi kam als Dritter ins Ziel, gefolgt von Rast, Bird und di Grassi als Rest der Top Sechs, während sich Vergne vom hinteren Teil des Fahrerfeldes bis auf Platz Sieben vorgekämpft hatte – ein Platz weiter hätte ihn aufgrund der sehr knappen Punktestände in der Formula E in der Gesamtwertung auf den zweiten Platz aufrücken lassen. Lynn, Antonio Felix da Costa und Mortara vervollständigten die Top Ten.

Der Endstand

Durch das Rennergebnis folgt nun Vandoorne auf Champion da Costa in der Fahrerwertung, und Vergne wird knapp Dritter. Die Nissan-Fahrer Buemi und Rowland folgen als nächstes, und di Grassi steht zum Saisonende auf Platz Sechs.

Nissan e.dams wurde Zweiter in der Teamwertung hinter dem Team-Champion DS Techeetah. Der Punktegewinn von Mercedes-Benz EQ im letzten Rennen sichert dem Team den dritten Platz, und Envision Virgin Racing steht knapp vor BMW i Andretti Motorsport auf Platz Vier.

Da Costa und DS Techeetah konnten sich zwar bereits zwei Rennen vor Saisonende ihre Meistertitel sichern, aber wenn dieses letzte Doppelrennen eines gezeigt hat, dann, dass sie sich in der nächsten Saison trotzdem gehörig vor der Konkurrenz in Acht nehmen müssen.

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