26 Nov 19

So gelang Mercedes-Benz EQ das Rekord-Debüt

Damit haben wohl nur die wenigsten gerechnet: Neueinsteiger Mercedes-Benz EQ führt nach seinem ersten Rennwochenende in der ABB FIA Formel E Meisterschaft die Teamwertung an. Mit 38 Punkten liegt der Neueinsteiger vor Envision Virgin Racing und BMW i Andretti Motorsport an der Spitze. Mit zwei dritten Plätzen für Stoffel Vandoorne (Belgien) und einem sechsten Rang für Nyck de Vries (Niederlande) startete das deutsche Team beim SAUDIA Diriyah E-Prix glänzend in die Saison. Noch nie zuvor in der Formel-E-Geschichte schaffte es ein neues Team in den ersten beiden Rennen jeweils aufs Podest. Was für viele überraschend ist, hat aber doch klare Gründe.

 

Kein hundertprozentiger Neuling

 

Mercedes-Benz ist kein hundertprozentiger Neuling. Denn die Teilnahme von HWA RACELAB an der Vorsaison 2018/19 war bereits gezielt auf den werksseitigen Einstieg des Stuttgarter Autobauers ausgerichtet. Die Motorsport-Spezialisten von HWA aus Affalterbach sind in der neuen Saison 2019/20 weiterhin als Einsatzteam im Hintergrund für Mercedes-Benz EQ bei den Formel-E-Rennen aktiv. Viele Teammitglieder sind die gleichen wie in Saison 5. Dazu wurde mit Vandoorne auch einer der beiden Fahrer übernommen. 

 

Erfahrungen von HWA RACELAB zahlen sich aus

 

Fanboost-Seriensieger Vandoorne nutzt seinem neuen, alten Team nun mit wertvollen Erkenntnissen: „Mit einem Jahr Erfahrung in der Formel E konnte ich ebenfalls meinen Teil dazu beitragen und ich bin sehr stolz auf alle Beteiligten“, kommentierte er den Debüt-Erfolg. Mercedes-Benz EQ profitiert aber nicht nur von Vandoorne, sondern allgemein von dem Wissen, das HWA RACELAB 2018/19 gesammelt hat. Die Taktik des Teams war in den ersten Rennen auf Durchkommen ausgelegt, um genügend Renn-Daten zu erhalten. Diese Daten konnten nun in der Saisonvorbereitung ausgewertet werden. „Wir haben viel Zeit damit verbracht, uns auf dieses Wochenende und den Beginn dieses neuen Kapitels vorzubereiten“, sagte de Vries nach den beiden Rennen. Die gezielte Vorbereitung zahlte sich aus: Die Silberpfeile überzeugten durch gute Renn-Pace und sicheres Energiemanagement.

 

 

Britisches Know-how aus der Formel 1

 

Ein weiterer Grund für den erfolgreichen Einstand des Mercedes-Benz EQ Formel E Teams liegt sicherlich im intensiven Erfahrungsaustausch mit dem Formel-1-Programm des Unternehmens. Ein Beispiel dafür ist die Antriebseinheit des Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 01, die bei der Firma Mercedes-AMG High Performance Powertrains (HPP) in Großbritannien entsteht. Das Technologiezentrum in Brixworth ist das globale Kompetenzzentrum des Daimler Konzerns für High-Performance Hybridtechnik und seit Jahren Benchmark in der Formel 1. Mit Mercedes-AMG Petronas Motorsport übernimmt außerdem der amtierende Formel-1-Weltmeister eine unterstützende Rolle. Die Mannschaft aus dem britischen Brackley gewann in den vergangenen sechs Jahren je sechs Fahrer- und Konstrukteurs-Weltmeisterschaften (alle mit Hybrid-Power-Units).

 

„Die Zusammenarbeit zwischen Affalterbach, Brackley, Brixworth und Stuttgart wird enorm wichtig sein“, verkündete Teamchef Ian James bereits bei der Teampräsentation auf der IAA in Frankfurt.