23 Nov 19

3 Fragen an André Lotterer

André Lotterer war im Auftaktrennen der ABB FIA Formel E in Diriyah der beste Deutsche. Das war für viele nach seinem Wechsel vom Team DS TECHEETAH zum deutschen Neueinsteiger-Team TAG Heuer Porsche überraschend.

Aber beim ersten Saisonrennen zeigte der gebürtige Duisburger einmal mehr, was ihn auszeichnete. Er glänzte mit einer starken Aufholjagd, einem fehlerfreien Rennen und fuhr von Rang sieben direkt aufs Podest. Nur mit einem Sieg wurden diese Qualitäten bislang noch nicht belohnt. Fünfmal schaffte er es in den bisherigen 25 Rennen aufs Podium. Doch der erste Sieg scheint nur eine Frage der Zeit. Wir haben ihm drei Fragen gestellt:

Wie entspannst du dich vor dem Start – gibt es da ein besonderes Ritual?

Eigentlich gar nicht. Ich verbringe Zeit in unserem Fahrerraum, versuche zwischen den Trainings zu entspannen, weil man am Renntag oft schon vor 6 Uhr wach ist um dann eben um 7 Uhr im Auto sein zu können.

Wie groß ist der Einfluss, den der jeweilige Fahrer während des Rennens hat?

Wir Fahrer haben einen riesen Einfluss. Hier ist es nicht so wie in anderen Serien, wo das Auto eine große Rolle spielt und wenn man ein gutes Auto hat, auch die Garantie hat, an der Spitze zu fahren. In der Formel E ist es das komplette Gegenteil, da gibt es null Garantie vorne zu fahren. Hier liegen 80% der Verantwortung und der Leistung beim Fahrer und wir müssen sehr viel arbeiten im Cockpit. Wir haben keine Telemetrie, wir müssen selbständig und alleine die Energie managen. Wir haben sehr viel Verantwortung. Und zusätzlich dann eben noch die Faktoren, dass alles zeitlich sehr dicht aneinander ist und man die Stadtkurse nicht kennt, vorher nicht wirklich üben kann außer natürlich Simulatorarbeit. Es ist cool, weil man als Fahrer viel erreichen kann, wenn man das gut in Angriff nimmt.

Was sind generell deine persönlichen Ziele für diese Saison?

Im Prinzip gibt es nur das Ziel Rennen zu gewinnen. Das ist natürlich schwierig. Dass ich es beim ersten Rennen mit Porsche bereits auf das Podium geschafft habe, ist natürlich Klasse. Wir müssen weiter hart arbeiten, dann wird das hoffentlich auch mal mit einem Sieg klappen. Als Rennfahrer tritt man an, um zu gewinnen.