25 Mai 19

Analyse des Rennens in Berlin: Di Grassi sichert Heimsieg für Audi, Champions sichern sich das Podium und Buemi ist zurück.

Lucas di Grassi holt für Audi den 12. Sieg und das 40. Podium. Der deutsche Hersteller lässt in Berlin seine Muskeln spielen und zeigt es BMW. JEV sichert sich den zweiten Platz in einem Rennen, das dem Franzosen "Spaß machte". Buemi holt sein erstes Podiumsergebnis der Saison, ist aber noch lange nicht in Bestform. Nachdem sich der Staub wieder auf den Beton des Flughafen Tempelhof gelegt hat, werfen wir einen Blick auf die Höhen und Tiefen des Rennens in Berlin.  

Di Grassi sichert erneut Heimgewinn für Audi

Vor etwas mehr als einem Jahr zeigt das Podium vom Flughafen Tempelhof ein ähnliches Bild. Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied: Die Fahrer. Ein Jahr nach dem sensationellen Sieg von Daniel Abt bei seinem Heimspiel in Berlin holte sein Teamkollege Lucas di Grassi einen weiteren Sieg für das Team von Audi Sport Abt Schaeffler auf heimischem Boden. 

„Ein fantastisches Rennen für Audi. Wir hatten ein sehr strategisches Rennen mit viel Energieeinsparung. Unsere Autos schienen heute sehr effizient zu sein und ich bin super glücklich", sagt der ehemalige Champion, der bei seinen 55 Rennen in der Formula E den zwölften Sieg und das 40. Podium für Audi holte. 

„Das zeigt wieder, dass man hart arbeiten und sein Bestes geben muss - Überraschungen können kommen und das ist eine sehr schöne Überraschung für mich."

Mit Teamkollege Daniel Abt, der nach dem sechsten Platz ebenfalls solide Punkte holte, rückt das Team in der Teamwertung auf den zweiten Platz vor. Zum zweiten Mal in Folge hat Audi in Berlin den Sieg errungen und sich damit gegen die deutschen Konkurrenten BMW I und HWA Racelab sowie die zukünftigen Konkurrenten Porsche und Mercedes durchgesetzt, die in der Mannschaftsmeisterschaft nur 25 Punkte hinter DS Techeetah liegen.

Buemi ist zurück, aber lange noch nicht in Bestform. 

Sebastien Buemi von Nissan e.dams ist mit insgesamt 12 Siegen und 22 Podiumsplätzen in der Serie einer der unbestrittenen Meister der Formula E. Er schaffte es erstmals in dieser Saison unter die ersten drei. Doch nachdem er das Rennen von vorne gestartet hatte, war das Vergnügen für den ehemaligen Champion leicht getrübt. „Lucas schien schneller zu sein als ich, also wollte ich nicht zu viel Energie verbrauchen", sagte der Schweizer Fahrer.  

„Ich habe das Gefühl, dass ich heute mein Bestes gegeben habe, also viel mehr war nicht drin... Ich war einfach nicht effizient genug und beim Start war ich nicht schnell genug. Ich war heute nicht schlecht, aber Lucas war besser und ich denke, JEV war auf jeden Fall auch besser."

Mit 61 Punkten gehört Buemi nun knapp zu den ersten zehn in der Gesamtwertung, allerdings immer noch einen Platz hinter seinem Rookie-Teamkollegen Oliver Rowland. 

„Ich bin damit zufrieden, weil ich denke, dass wir im Rennen nicht schnell genug waren, um besser abzuschneiden. Also freue ich mich, dass wir doch noch 21 Punkte geholt haben - ich glaube, das ist ok. Ich habe wirklich das Gefühl, dass P3 für das Team in der Meisterschaft machbar ist. 

Ich denke, ich war diese Saison immer da, aber ich hatte in dieser Saison immer Pech! Heute konnte ich im Qualifying ein starkes Tempo zeigen. Jetzt freue ich mich auf Bern - hoffentlich läuft es dort etwas besser. Ich möchte meinen Fans zu Hause so gern ein gutes Ergebnis liefern."   

Champions sichern sich das Podium - die Titeljagd beginnt

Haben Sie auf dem Podium in Berlin bekannte Gesichter gesehen? Nun, da drei der vier ehemaligen ABB FIA Formula E Champions auf den ersten drei Stufen stehen, zeigt sich, dass in der Formula E Erfahrung entscheidend ist. Der amtierende Meister und Meisterschaftsführende Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) baut bei einem Rennen, das "Spaß machte" seine Tabellenführung - wenn auch nur um fünf Punkte - aus. Lucas di Grassi, Saisonmeister 2017/18 rückt auf den zweiten Platz in der Gesamtwertung vor.

„Für den Titel ist es noch zu früh, denn es sind noch fünf oder sechs Fahrer in der Nähe", sagt der Brasilianer kurz nach dem Rennen.

„Grundsätzlich ist jeder, der ein Rennen gewinnt, sofort zurück im Kampf um den Meistertitel. Du kannst bis runter zum achten Platz gehen und jeder der gewinnt, ist direkt wieder beim Kampf um den Titel dabei. Ich denke, dass noch fünf bis sieben Fahrer um den Titel kämpfen, wenn wir nach New York kommen.

Nach einem verheerenden Heimrennen für Andre Lotterer von DS Techeetah, bei das das Rennen wegen eines technischen Problems vorzeitigen verließ, fällt der deutsche Fahrer einen Platz auf Platz drei - 16 Punkte hinter seinen Teamkollegen. Aber o bwohl Vergne die Meisterschaft zum zweiten Mal in dieser Saison anführt, ist er alles andere als selbstzufrieden. 

„Ich habe ein gutes Gefühl, wenn es um die Meisterschaft geht. Aber erst kommt noch Bern - in der Formula E kann sich sehr schnell sehr viel ändern. Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren, von Rennen zu Rennen weiterarbeiten und dürfen nichts ändern."

Natürlich denkt man schnell, dass er um einen zweiten Titel kämpfen würde, weil er sich in der vergangenen Saison in New York City seinen ersten Titel gesichert hat. Und auch wenn es für den Franzosen gut aussieht, sind seine Chancen alles andere als sicher. 

Rennen für JEV „macht Spaß" und ist späte Brems-Meisterklasse

„Ich hatte heute viel Vertrauen in das Auto. Ich hatte einfach nur Spaß", sagt der DS Techeetah Fahrer lächelnd. „Ich liebe es, unter diesen Bedingungen in dieser Stimmung zu sein - das Rennen hat mir Spaß gemacht und war das beste bisher in dieser Saison." 

Nach dem Start auf Platz acht glitt der amtierende Champion durch das Feld und überholte fünf Fahrer, um sein 19. Podium in der Serie zu sichern. 

„Ich liebe Berlin - erstens sind es hier so viele Zuschauer und auch wenn die Strecke für das Energiemanagement und die Reifen schwierig ist, gibt es viele Möglichkeiten zum Überholen. Also, ich liebe es hier."

Als nächstes folgt: Formula E kommt nach Bern zum Julius Bär Swiss E-Prix 2019 am 22. Juni