26 Jan 19

Bird stürmt im glühend heißen Santiago zum Sieg

Nachdem er die brütende Hitze auf dem Kurs von Santiago überstanden hatte, errang Sam Bird (Envision Virgin Racing) auf dem Parque O'Higgins den Sieg, dicht gefolgt von Rookie-Pilot Pascal Wehrlein (Mahindra Racing) auf dem zweiten und Daniel Abt (Audi Sport Abt Schaeffler) auf dem dritten Platz. 

Der Polesitter Sebastien Buemi führte das Feld an und Sam Bird (Envision Virgin Racing) verlor keine Zeit und überholte Daniel Abt (Audi Abt Sport Schaeffler). 

Nur wenige Minuten nach Beginn des Rennens musste Tom Dillmann (NIO) seinen Rennwagen abstellen, nachdem er auf der Strecke mit einem Karosserieteil kollidiert war. Mit Rekordtemperaturen von 45 Grad Celsius auf der Strecke geht das Rennen von Santiago als das heißeste in die bisherige Geschichte der ABB FIA Formula E Championship ein. 

Die Aktivierungszone für den Angriffsmodus – in der die Fahrer sich durch Verlassen der Ideallinie 25 kW Zusatzleistung sichern können – wurde geöffnet. Zwei mal pro Rennen dürfen die Piloten sich den Turbo holen. Die Zusatzleistung kann vier Minuten lang genutzt werden. 

Ein Fall für die Schiedsleute waren Lucas di Grassi (Audi) und Maximilian Günther (Geox Dragon), die in der Schikane abkürzten. Di Grassi, der sich mit seinen Zeiten im Qualifying und in der Super Pole die Julius Bär Pole Position sicherte, wurde ans Ende der Startaufstellung verbannt. Der Grund: Seine Zeiten wurden gestrichen, da er in der In-Lap in die Boxengasse gegen eine Regel verstoßen hatte. 

Man glaubte fast, eine Wiederholung des legendären Unfalls von DS Techeetah in Santiago aus der letzten Saison zu sehen, als Andre Lotterer erneut auf seinen Teamkollegen auffuhr. Allerdings fungierte Antonio Felix da Costa (BMW i Andretti Motorsport) als Puffer. Jean-Eric Vergne wurde dabei gegen die Fahrtrichtung ins Feld gedreht. Das Manöver schickte den Franzosen und da Costa auf den 20. bzw. 21. Platz zurück. 

30 Minuten vor Rennende führte Buemi, gefolgt von Bird auf dem zweiten und Pascal Wehrlein (Mahindra) auf dem dritten Rang. Nahezu alle der 22 Autos und Fahrer touchierten entweder die Begrenzung der engen Strecke oder einander. Und so kam es 25 Minuten vor dem Rennende zu einer Gelbphase, als Max Günther seinen Rennwagen abstellen musste. 

Nach dem Re-Start setzten sich Bird und Buemi an die Spitze des Feldes. Währenddessen untersteuerte Stoffel Vandoorne (HWA Racelab) bei einem Verteidigungsmanöver in Kurve 3 und prallte auf die Mauer. Dabei verlor er die beiden vorderen Flügel und beschädigte das Heck seines Autos. Erneut kam es zu einer Gelbphase auf der gesamten Strecke. Noch 18 Minuten standen auf der Uhr, als das Rennen wieder freigegeben wurde. 

Rookie-Pilot Wehrlein (Mahindra) kämpfte um seinen dritten Platz und ließ sich von Bird und dem Spitzenreiter Buemi nicht abhängen. Nach einem miserablen Debüt in Marrakesch, wo sein Rennen nur wenige Minuten dauerte, schien dem neuen Mahindra-Piloten ein Platz auf dem Podium sicher. 

Eine Viertelstunde vor dem Ziel verpasste Buemi die Schikane (Kurve 6/7) an derselben Stelle wie im 1. Freien Training und musste mit zerstörter Front weiterfahren. Angeschlagen fuhr er in die Boxengasse, wo der Schweizer seine Hoffnungen auf das Treppchen aufgeben musste. Kurz darauf schied der Franzose und amtierende Champion Jean-Eric Vergne aus, als er sich in Kurve 3 drehte. Ebenso erging es da Costa (BMW i). Damit waren nur noch 15 Fahrzeuge im Rennen. 

Sims schaffte es nach der verpassten Chance auf einen sicheren Doppelsieg in Marrakesch vor Wehrlein auf Rang 3. Als erster ging Bird über die Ziellinie. In der Mitte des Feldes lieferten sich Robin Frijns (Envision), Edoardo Mortara (Venturi), Mitch Evans (Panasonic Jaguar Racing) und Andre Lotterer (DS Techeetah) ein heißes Gefecht. 

Rookie Wehrlein wollte unbedingt sein erstes echtes Formula E Rennen gewinnen und schaltete auf Angriff. Nur wenige Minuten vor Schluss forderte er den erfahrenen Piloten Sam Bird heraus. Die Hitze und die Streckentemperaturen setzten dem Auto von Wehrlein zu. So musste er hinter Sam Bird herfahren, der seinen Vorsprung bis zur Zielflagge noch ausbaute. Dicht dahinter folgte Wehrlein, Sims ging als Dritter über die Linie. Obwohl der BMW-Pilot es zunächst aufs Podium schaffte, musste er seinen dritten Platz nach einer Zeitstrafe für das Verursachen einer Kollision an Daniel Abt (Audi) abgeben.