13 Dez 19

„Ich bin erst am Anfang“: Titelverteidiger Vergne trotzt Fehlstart

Am vergangenen Sonntag hatte Jean-Eric Vergne dann doch Grund zum Jubeln. Bei den Autosports Awards in London erhielt er den „Moment of the Year Award“.

Der französische Pilot von DS TECHEETAH wurde für den Gewinn des Fahrertitels in der ABB FIA Formel E Meisterschaft 2018/19 ausgezeichnet. Vergne hatte damit für ein Novum gesorgt: Als erstem Formel-E-Piloten war es ihm gelungen, erfolgreich seinen Titel zu verteidigen.

Wie schwer es ist, in der elektrischen Rennserie den Titelgewinn zu wiederholen, spürte er selbst beim Saisonauftakt: Beim Diriyah E-Prix schied er im ersten Rennen mit defekter Lenkung aus, in den zweiten Wertungslauf am Samstag musste er nach einem Batterie-Wechsel von ganz hinten starten. Immerhin kämpfte er sich noch auf Rang acht nach vorne und nahm vier Punkte mit. 

„Dennoch hatte ich mir von diesem Wochenende mehr erwartet. Wir werden nun sehr hart arbeiten und diese schwierige Phase gemeinsam meistern", sagte er im Anschluss an das Rennen.

Hoffnung macht dem 29-Jährigen die vergangene Saison, als er zu Beginn eine lange Durststrecke durchmachte. Santiago, Mexiko und Hongkong – drei Rennen in Folge blieb er ohne Punkte. Von dieser „Krise“ ließ er sich nicht aus der Spur bringen, gewann die Rennen in Sanya und Monaco und war fortan mittendrin im Titelkampf.

Seine Fähigkeit, Schwierigkeiten zu überwinden, sollte Vergne ebenso zuversichtlich stimmen wie die Pace, die er bei seiner Aufholjagd im zweiten Diriyah-Rennen hatte. Vor allem aber ist er persönlich trotz zweier Titel in Folge nach wie vor hungrig auf weitere Erfolge.

Nach einer eher frustrierenden Zeit in der Formel 1 haben ihn die vergangenen fünf Jahre in der Formel E mit jeder Menge Selbstbewusstsein ausgestattet, wie er bei der Preisverleihung in London erzählte: „Ich habe mich wieder in den Motorsport und das Gefühl, Rennen zu gewinnen - oder auch Rennen zu verlieren, verliebt. Es war eine lange Reise. Es war großartig und ich hoffe, ich bin erst am Anfang.“

Vielleicht ist das auch Vergnes Erfolgsgeheimnis: Er weiß, wo er herkommt und er brennt für den Motorsport.

Bodenständigkeit und Leidenschaft illustrieren auch folgende zwei Beispiele. Anstatt wie man für den amtierenden Champion vermuten könnte mit der Nummer eins anzutreten, fährt Vergne in Erinnerung an seine Kart-Zeiten mit der Startnummer 25 auf seinem Fahrzeug. 

Und seine Begeisterung für den Motorsport geht über die Formel E hinaus. Zusammen mit dem berühmten Formel-1-Designer Adrian Newey hat er ein eigenes Team gegründet, das unter dem Namen Veloce Racing in der neugegründeten Offroad-Serie Extreme E an den Start gehen soll.