Zurich, Switzerland|13 Juni, 2018

2018 Julius Bär Zürich E-Prix: das Rennen mit den Worten der Fahrer

F

Der amtierende Champion Lucas di Grassi hatte auf den ersten Platz beim ersten Julius Bär Zürich E-Prix lange warten müssen. Nachdem der Fahrer von Audi Sport Abt Schaeffler letztes Jahr in Montreal zum Champion gekrönt wurde, konnte er keinen Sieg mehr einfahren, zumindest bis jetzt.

Während di Grassi am – oder besser gesagt im – See feierte, verlief das Rennen beim ersten Rundstreckenrennen in der Schweiz seit mehr als 60 Jahren nicht so toll. Nun hat sich der Staub gelegt und die Rennstrecke in Zürich ist wieder zu einer normalen Straße geworden. Wir haben also zusammengetragen, was die Fahrer zum 2018 Julius Bär Zürich E-Prix zu sagen hatten.

1. - Lucas di Grassi, Audi Sport Abt Schaeffler

„Zunächst war das Wochenende nicht einfach.

Wir wussten, dass es hart würde aufgrund der hohen Temperaturen und die Batterietemperatur war heute einschränkend.

Ich hatte Glück, Mitch kurz vor der Gelbphase zu überholen, dann haben wir den Fahrzeugwechsel vorgenommen und zurückgekommen. Daraufhin haben die anderen die Durchfahrtstrafe verhangen bekommen und dann musste ich fast nur noch den Vorsprung verwalten.

In der Formel E ist das Schwierige nicht, ein Rennen zu gewinnen. Also ein Rennen zu gewinnen ist natürlich schwierig, aber das wirklich Schwierige ist die Beständigkeit.

Wir hatten in der ersten Saisonhälfte ziemlich viel Pech, dies sieht nun jetzt aber etwas anders aus. Wir konnten fünf aufeinanderfolgende Podestplätze einfahren. Und der Sieg hier in Zürich ist einfach das i-Tüpfelchen.“

2. - Sam Bird, DS Virgin Racing

„Nach dem Qualifying war ich enttäuscht. Ich hatte das Gefühl, eine echte Chance sausen gelassen zu haben, um mit der Pole drei zusätzliche Punkte zu holen. Die ersten zwei Drittel der Runde waren ehrlich gesagt das Beste, was ich in der Formel E gezeigt habe und dann habe ich in der Schikane alles über den Haufen geworfen.

Ich war mit dem dritten Platz ziemlich enttäuscht. Es ist offensichtlich, dass ich härter als die anderen Kämpfen muss. Das war die ganze Saison schon so.

Wir haben uns in diese fantastische Position gebracht und können hoffentlich mit dem zweiten Platz heute und ein wenig Glück in New York um die Meisterschaft kämpfen, denn wir wissen alle, was letztes Jahr in New York geschehen ist [er lacht].

Ich muss [JEV] im ersten Rennen in New York schlagen, ganz einfach. Wenn ich das schaffe, dann habe ich eine Chance.“

3. - Jerome d'Ambrosio, Dragon

„Wir haben lange darauf gewartet!

Ich fühle mich toll, ich will einfach nur feiern!

Man muss einfach immer und überall top sein. Das ist wohl Teil des Jobs als Formel-E-Fahrer.

Man darf einfach keine Fehler machen. Das ganze Event findet an einem einzigen Tag statt, alles geht sehr schnell und mit einem Fehler steht man schnell ganz hinten.

Wir haben so hart gearbeitet und hatten schwierige Momente mit dem Team. Heute haben wir alles gut hinbekommen, das ist eine gute Sache.

Wir sind seit Paris eindeutig schneller. In Paris war ich im Qualifying 7., in Berlin 4. und hier 4. In Berlin hatten wir im Rennen einige Probleme. Für dieses Rennen hier haben wir also hart gearbeitet. Es ist noch nicht perfekt, aber auf jeden Fall ein Schritt nach vorne.

Ich weiß nicht, was dies für die Zukunft bedeutet. Ein Podestplatz und gute Ergebnisse sind toll, aber wir werden sehen. Meine Zukunft ist noch nicht geschrieben.

Es ist einfach toll hier in Zürich, die Leute sind so begeistert. Noch besser ist aber, dass wir 64 Jahre später in der Schweiz Rennen fahren – die Formel E ist halt die Formel E. Es geht um mehr als Rennen und Motorsport, und dass wir hier sind ist der Beweis.“

Der Lokalmatador - Sebastien Buemi, Renault e.dams

Ich hätte besser abschneiden können. Die Strafe hat mich offensichtlich den Podestplatz gekostet, ich bin also ein wenig enttäuscht.

[Für New York] bedeutet das nicht viel. Ich war letztes Jahr nicht da, ich freue mich also darauf und hoffentlich können wir um den dritten Platz kämpfen. Ich bin momentan auf dem vierten Platz, neun Punkte hinter Lucas, der dritte Platz wird also nicht einfach. Ich hoffe in New York auf das Podest steigen zu können.

Mit dem 5. Platz kommen 10 Punkte, die Welt geht dadurch nicht unter. Ich hatte hier allerdings auf einen Podestplatz gehofft.

Ja, [die Zuschauer] haben mich gut [angefeuert]. Ich bin wirklich glücklich, dass ich heute hier war und das wird mir lange in Erinnerung bleiben. Das war ein historischer Tag.“

Unter Druck - Jean-Eric Vergne, Techeetah

„Ich hatte ein echt unterhaltsames Rennen. Ich bin vom 17. Platz gestartet und habe glaube ich 16 Autos überholt, manche sogar zwei Mal. Offensichtlich hatte ich in diesem Rennen Pech.

Ich denke ich war heute besser als die Anderen, mein Team hat mir ein fantastisches Auto gegeben und ich war wirklich schnell. Ich wollte heute alles klar machen und war motiviert, von hinten aufzuholen. In diesem Rennen hatte ich Spaß beim Überholen. Ich war ziemlich aggressiv, habe jedoch keinen Crash verursacht oder etwas Schlimmes gemacht. Und trotzdem war ich schnell.

Das Rennen hat mir für New York Selbstvertrauen gegeben. Denn nun weiß ich, dass ich auch mit einem eventuell schlechten Qualifying in New York noch zurückkommen kann, da wir im Rennen schnell sein werden.

Wir werden das Ganze ruhig angehen, werden erstmal einen Tag das Rennen verdauen, das werde ich brauchen, und dann für New York alles perfekt vorbereiten.“

Schlechter Tag im Büro für - Mitch Evans, Panasonic Jaguar Racing

„Pole, die Hälfte des Rennens in Führung, dann eine Durchfahrtstrafe und am Ende 7. Ich kann nicht erklären, wie enttäuschend es ist, eine Pole nicht in einen Podestplatz umzuwandeln.

Das ist hart zu akzeptieren aber wir müssen nach vorne und das Positive sehen. Ab nach New York…“